Definition Erdrutsch und Murgang

Im Süden besteht die Gefahr von Erdrutschen und Murgängen. Doch was ist eigentlich der Unterschied?

Im Süden geht der kräftige Dauerregen in die nächste Runde. Im November fielen bis Mittwochmittag schon 300 bis 800 Millimeter Niederschlag. Entsprechend durchnässt sind die Böden. Sie können kaum weiteres Wasser aufnehmen. Bereits letzte Woche musste das Tessin zwei Todesopfer in Folge eines Erdrutsches beklagen. Die Situation bleibt weiterhin heikel. Wann und wo es zu Erdrutschen oder Murgängen kommen könnte, ist leider nicht vorhersagbar. Es sind spontane Ereignisse.

Erdrutsch

Dringen grösserer Wassermengen in den Boden ein, können sich einzelne Bodenschichten von einander lösen. Grössere Erd- und Gesteinsmassen machen sich selbständig und gleiten hangabwärts. Ein Erdrutsch erinnert mit seiner Abrisskante an ein Schneebrett.

Murgang

Ein Murgang hat einen flüssigeren Charakter. Es ist ein Strom aus Schlamm, Erde und Steinen. Im Vergleich zu reinem Wasser ist die Dichte eines Murgangs sehr hoch. Das führt zu einem grossen Zerstörungspotential. Die Front eines Murgangs kann sich durchaus mit bis zu 60 km/h talwärts bewegen.

Murgangvideos auf der Homepage vom WSL (Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft)

Hang mit Scheune. Die Erde ist wie bei einem Schneebrett angerissen und in die Tiefe gerutscht. Darunter kommt der braune Boden zum Vorschein. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Erdrutsch Oberrickenbach am 27. August 2005. Keystone

Luftbild vom Seeufer. Wiesen und Häuser sind mit Dreck überflutet und teilweise weggespühlt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Murgang Brienz im Berner Oberland am 23. August 2005. Keystone