Dezember 2016: Rekorde bei Sonnenschein und Trockenheit

Vor einem Jahr sprachen wir von einem Rekord-Dezember. Nur ein Jahr später wird der Jahrhundert-Dezember 2015 in vielen Bereichen getoppt. An einigen Orten gab es noch mehr Sonnenschein als im Vorjahr, und Regen gab es teilweise gar keinen. Die Folge: Waldbrände im Süden und genereller Schneemangel.

Auflösende Nebelschicht bei Ettingen (BL). Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Häufig Nebel Im Flachland gab es oft Nebel. Dadurch wirkte sich aber die Trockenheit nicht so stark aus. Andreas Meier

Der Dezember 2015 galt in mancher Beziehung als Jahrhundert-Ereignis. Es war extrem mild, sehr sonnig und äusserst trocken. Auch Experten waren sich einig: So schnell wird sich das Szenario nicht wiederholen! Nur ein Jahr später ist die Wetterlage teilweise noch extremer. Seit Beginn des Monats befinden wir uns praktisch ununterbrochen im Einflussbereich von extrem starken Hochdruckgebieten. Das vorerst letzte Hochdruckgebiet in der Reihe „Yörn“ brachte der Schweiz zum Teil Druckwerte wie es sie vorher noch nie gab. Am Dienstagabend wurde in Zürich ein umgerechneter Wert von 1043,5 hPa gemessen, in Schaffhausen gab es sogar einen Wert von 1044,5 hPa. Die andauernden Hochdruckgebiete blieben nicht ohne Auswirkungen auf das weitere Wettergeschehen. Niederschläge blieben weitgehend aus, und an vielen Orten war es so sonnig, wie nie zuvor seit Einführung der systematischen Messungen.

Grosse Trockenheit

An einigen Orten auf der Alpennordseite gab es seit dem 19. November nicht einen Regentropfen, so in Grenchen, in Neuenburg oder auch in Sitten. Die Trockenheit dauert nun schon 40 Tage und geht noch mindestens bis zum Berchtoldstag weiter. Seit Monatsbeginn ohne Niederschlag sind beispielsweise auch Zermatt und Lausanne aber beispielsweise auch die Station auf der Grimsel. Die grössten Niederschlagsmengen gab es in diesem Monat auf der Alpensüdseite.

In der Nacht sind die rötlichen Flammen im Misoxerwald klar zu erkennen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Waldbrand Im Misox kam es am 27. Dezember zu einerm grösseren Waldbrand. Keystone

Waldbrandgefahr hängt nicht nur vom Niederschlag ab

Im Val Bavona, im obersten Maggiatal, fiel mit 41 Millimetern die grösste Niederschlagsmenge. Im Mittel- und Südtessin liegen die Monatswerte meist zwischen 3 und 6 Millimetern, was auch äusserst wenig ist. Die Auswirkungen des fehlenden Niederschlages sind auf der Alpensüdseite viel gravierender als im Norden. Der starke Föhn der letzten Tage, und Temperaturen zeitweise im Bereich der 20 Gradmarke haben die Böden zusätzlich ausgetrocknet. Dazu fachte der Sturm die Feuer noch zusätzlich an. Im Norden sorgte vor allem die Nebel- und Hochnebelschicht dafür, dass der Boden nicht allzu trocken wurde, allerdings führen die meisten Gewässer Niedrigwasser. Speziell auf den Jurahöhen und in den Voralpen sowie in den inneren Alpentälern besteht aber teilweise ebenfalls Waldbrandgefahr.

Sonne im Dauerstress!

An vielen Orten war der Dezember 2015 der sonnenreichste Dezember seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen. Dieser Vorjahresrekord wird jetzt nochmals übertroffen. In Sitten, Arosa und Davos sind die Rekordwerte bereits erreicht, und am Freitag und an Silvester folgen an diesen Orten nochmals zwei mehr oder weniger wolkenlose Tage. Rekorde wird es stellenweise auch im Flachland geben.

Schwarzeis auf dem Obersee in Arosa. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schwarzeis Schon Mitte Monat gab es Schwarzeis in Arosa. Andy Brunold

Temperaturen allgemein nicht auf Rekordniveau

An vielen Orten war der Dezember 2015 auch der wärmste seit Messbeginn. In diesem Bereich kann der Dezember 2016 nicht mithalten. Vor allem die Nächte waren deutlich kälter. Gab es damals häufig Südwestlagen, die auch in den Nächten milde Luft zu uns führten, war es jetzt in der Nacht oft wolkenlos und es kühlte stark ab. So erstaunt es nicht, dass vor allem im Mittelland die Temperaturen nur dem langjährigen Durchschnitt der klimatologisch relevanten Jahre 1961 bis 1990 entsprechen. Auf den Bergen war es aber teilweise 5 Grad wärmer als im langjährigen Schnitt, und auch im Süden war es 2 bis 3 Grad wärmer als gewöhnlich. Speziell war dabei die Nordföhnphase der Altjahrswoche mit einem Spitzenwert von 20.9 Grad in Cevio im Maggiatal. Rekord ist dies aber nicht.

Das Alpsteinmassiv in der Abendsonne, darunter der gefrorene Gräppelensee. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Alpstein aper Der Wildhuser Schofberg ist fast vollständig ausgeapert, dafür hat es auf dem Gräppelensee Schwarzeis. Martin Meier

Wann ändert sich etwas?

Bis am Neujahrstag ändert sich wenig. Erst am 2. Januar bringt eine Kaltfront dem Norden etwas Schnee, womöglich bis ins Mittelland. Danach sind sich die Wettermodelle noch uneinig, wahrscheinlich schiebt sich aber bereits ein neues Hoch vom Atlantik Richtung Alpen vor. Es wird aber deutlich kühler. Im Süden bleibt es bis auf weiteres trocken, und die Waldbrandgefahr bleibt bestehen.