Erster Wintereinbruch: Schnee bis 900 Meter

Vor 14 Tagen gab es in der Schweiz noch sommerliche 25 Grad, jetzt fiel Schnee stellenweise bis auf 900 Meter herunter, so in Gonten im Kanton Appenzell Innerrhoden. In höheren Lagen wurden am Montagmorgen stellenweise bis gegen 20 Zentimeter Neuschnee gemessen.

Am Sonntagabend und in der Nacht zum Montag erlebte die Schweiz ihren ersten richtigen Wintereinbruch der Saison 2016/2017. Ursache für diesen Wintereinbruch war Höhenkaltluft, die uns am Sonntagnachmittag aus Norden erreichte.

Blauer Himmel und Wolkenfetzen liegen über der leicht angezuckerten Axalp. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schnee auf der Axalp Am Montagmorgen präsentierte sich auch die Axalp leicht verzuckert. Peter Rubi

Mit Schauern bis 20 Zentimeter Neuschnee

Die Höhenkaltluft löste kräftige Schauer aus, entsprechend waren Schneefallgrenze und Schneehöhen im Alpenraum sehr unterschiedlich. Vor allem in Graubünden gab es in höheren Lagen viel Schnee, da dort die Höhenkaltluft mit feuchter Luft aus Süden zusammenstiess. Auf dem Berninapass wurden am Montagmorgen 15 Zentimeter Neuschnee gemessen, auf dem Julier waren es 13 Zentimeter und auch im Oberengadin wurde es winterlich mit 6 Zentimetern Neuschnee in Zuoz und 4 Zentimetern in Samedan. Noch etwas mehr Schnee fiel allerdings auf der Nordseite des Julierpasses. Dort wurden an der Messstation Bivio des Schnee- und Lawinenforschungsinstitutes, auf knapp 1800 Meter über Meer, 18 Zentimeter Neuschnee verzeichnet.

Schnee bis 900 Meter

Etwas Schnee gab es auch in Gonten im Appenzellerland auf einer Meereshöhe von 900 Metern. Im Toggenburg fielen einzelne Flocken bis gegen 1000 Meter. Sonst lag die Schneefallgrenze in der Regel höher, meist zwischen 1100 und 1500 Metern, im südlichen Wallis fiel gar kein Schnee.

Höhenkaltluft brachte auch Hagel und Gewitter

Die Höhenkaltluft brachte aber nicht nur Schnee in den Alpen, sondern auch Gewitter im Flachland. So gab es am Sonntagnachmittag mit Ankunft der Höhenkaltluft und den damit verbundenen starken Vertikalbewegungen in der Atmosphäre einige Gewitter, dies vor allem dem Jura entlang und von Bern bis an den Bodensee. In der Region Biel sorgte eine Schauerzelle für Hagelschlag. Auf den Hagel- Graupelkörnern, die wie Kugellager wirkten, kam es am Sonntagabend zu einer Massenkollision.

Nur kurzes Intermezzo

Bis am Mittwoch bleibt uns die Kaltluft noch erhalten und vor allem morgen (Dienstag) könnte es nochmals Schnee bis gegen 1100 Meter geben. Danach wird es aus Westen wieder deutlich milder. Schnee im Oktober ist allerdings keine absolute Rarität. In den letzten Jahren gab es im Oktober auch immer wieder Schnee bis zur Messstation Notkersegg, oberhalb von St. Gallen, in einer Höhe von knapp 800 Metern über Meer. Seit 2002 gab es nicht weniger als sechs Jahre, in denen schon im Oktober dort Schnee gemessen wurde. Und noch ein Vergleich: Im Oktober 2011 fiel in Arosa an 3 Tagen hintereinander Schnee. Am Morgen des 9. Oktobers wurden dort insgesamt 53 Zentimeter Schnee gemessen!