«F» wie Februar und Frühling

Der Februar 2014 war ein Abbild des ganzen Winters. Er war viel zu mild, vielerorts zu nass, und immer wieder gab es kräftigen Föhn. Schnee fiel im nördlichen Flachland nur ganz selten.

Morgenrot über dem Bielersee und Blick in die Alpen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Blick vom Bielersee zu den föhnigen Alpen am 14. Februar Peter Tschudi

Der Monat Februar war typisch für den ganzen Winter. Im ganzen Land war es deutlich zu mild, und es kamen fast überall schon Frühlingsgefühle auf. Allgemein betrug der Wärmeüberschuss rund 3 Grad, wobei es im Osten stellenweise mehr als 4 Grad zu warm war, dies vor allem im St. Galler Rheintal. Einmal mehr waren lange und kräftige Föhnphasen für die hohen Temperaturen verantwortlich. Im Westen lagen die aktuellen Werte rund 2 Grad über dem langjährigen Mittelwert, und nur im Süden blieb der Wärmeüberschuss bescheiden. In Locarno lag die Temperatur rund 1 Grad über der klimatologisch relevanten Durchschnittstemperatur der Jahre 1961 bis 1990.

Bis 1000 Meter Meereshöhe kaum Eistage

Das Mittelland blieb von Eistagen verschont, aber selbst in Höhenlagen um 1000 Meter erreichten die Höchsttemperaturen stets positive Werte. Sowohl in La Chaux-de-Fonds wie in Château-d’Oex gab es keinen Eistag im Februar 2014. Normal wären 7 Eistage in La Chaux-de-Fonds und 5 in Château-d’Oex. Auch in den höchstgelegenen Gemeinden der Schweiz war es mild. In Arosa beispielsweise, auf mehr als 1800 Metern über Meer gelegen, reichte es zwar immerhin für 5 Eistage, die Norm wären aber 13 Tage mit durchwegs negativen Temperaturen. Im tief gelegenen Basel fehlten dagegen nicht nur die Eistage, sondern sogar die Frosttage. In anderen Worten: Im ganzen Monat Februar sank die Temperatur nie unter den Gefrierpunkt. Normalerweise gibt es im Februar in Basel 14 bis 15 Tage, an denen die Quecksilbersäule unter den Gefrierpunkt sinkt.

Rekordschnee im Süden

Auch südlich der Alpen lagen die Temperaturen an den meisten Orten über dem Durchschnitt. Sowohl im Südtessin, wie im Oberengadin war es rund 2,5 Grad wärmer als sonst. Dies obwohl es im Oberengadin zum Teil Rekordschneemengen gab. Nur im Nordtessin und in Südbünden lagen die Temperaturen im langjährigen Durchschnitt. Dies hatte zum Teil auch damit zu tun, dass die Messfühler da und dort nur noch mit Mühe aus dem Schnee herausschauten. In Campo Blenio, auf 1200 Metern über Meer, betrug die Schneehöhe Mitte Februar knapp 2 Meter. So viel gab es zu diesem Zeitpunkt noch nie seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen.

Nur im Osten zu trocken

Dank der langen Föhnphasen, war es im Osten trockener als sonst im Februar. Im Westen und Süden war es dagegen extrem feucht. Auf der Cimetta, oberhalb von Locarno, wurde 7 Mal mehr Niederschlag gemessen als sonst im Feburar. Auch in Lugano wurde der durchschnittliche Februar um mehr als einen Faktor 4 übertroffen. Bei so grossen Niederschlagsmengen überrascht es auch nicht, dass sich die Sonne im Süden rar machte. An vielen Stationen gab es dort nur etwa 60 Prozent der üblichen Sonnenstunden. Einzig in den Föhngebieten der Zentral- und Ostschweiz gab es mehr Sonnenschein als üblich.

Schnee zum meteorologischen Frühlingsanfang

Aus meteorologischer Sicht beginnt am Samstag der Frühling. Doch genau zum Frühlingsbeginn kann es immer wieder Schneeschauer bis ins Flachland geben, und bei Wolkenauflösung während der Nacht, können auch die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken.