Faszination der Polarlichter

In den letzten Wochen waren vor allem in Skandinavien, teilweise aber auch in Deutschland, Polarlichter zu sehen. Polarlichter entstehen, wenn erhöhte elektromagnetische Strahlung von der Sonne auf die obere Erdatmosphäre trifft.

Grünes Polarlicht über der Finnmark. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nordlichter über der Finnmark im Norden Norwegens. Reuters

In den vergangenen Wochen war die Sonne sehr aktiv. Immer wieder kam es zu grösseren Eruptionen bei denen Plasmawolken ins All geschleudert wurden. Damit gelangten auch mehr geladene Teilchen von der Sonne ins All als sonst. Bei diesen Teilchen handelte es sich vor allem um Protonen, Elektronen und Heliumkerne die von der Sonne ausgestossen wurden. Einzelne dieser Teilchen erreichen den oberen Rand der Erdatmosphäre. Da die Sonnenaktivität hoch ist, darf man davon ausgehen, dass auch in den kommenden Wochen, zumindest in Skandinavien, schöne Polarlichtbeobachtungen gemacht werden können.

Magnetfeld als Schutzschild

Weil die Erde von ihrem Magnetfeld geschützt ist, treffen die Teilchen nicht ungebremst auf die Erde, sondern werden dem Magnetfeld entlang zu den Polen geführt. Im Gebiet der magnetischen Pole ist das Magnetfeld senkrecht zur Erdoberfläche gerichtet und dort treffen die Teilchen auf Sauerstoff- und Stickstoff-Ionen in der oberen Atmosphäre. Diese werden angeregt und beginnen zu leuchten.

Unterschiedliche Farben je nach Höhe

Grünlich bis lila Polarlicht über Lappland. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Grünlich bis lila Polarlicht über Lappland. Keystone

Polarlichter treten in verschiedenen Farben auf. Dies ist primär davon abhängig wie stark der Zustrom der Teilchen ist und welche Ionen in der oberen Atmosphäre aktiviert werden. Rotes Licht entsteht bei der Reaktion mit Sauerstoffatomen in einer Höhe von rund 200 Kilometern über Grund. Grünes Licht tritt auf, wenn die Reaktion, in einer Höhe von rund 100 Kilometern über der Erde ebenfalls an Sauerstoffatomen geschieht. Violettes Licht entsteht bei einer Reaktion mit Stickstoffatomen, dazu braucht es aber viel Energie. Lila oder bläuliches Licht entsteht bei einer Reaktion mit Wasserstoff oder Helium. In den meisten Fällen bewegen sich die Polarlichter in einer Höhe von 65 bis 400 Kilometern über Grund, in seltenen Fällen sind aber Polarlichter bis in eine Höhe von 1200 Kilometer möglich.

Nordlichter auch am Schweizer Himmel?

Nordlichter treten nur alle paar Jahre einmal am Schweizer Himmel auf. Dazu braucht es sehr starke Eruptionen der Sonne. In der Regel sind die Polarlichter in der Nähe der Polarkreise zu beobachten (66,5 Grad Nord/Süd). Auch auf der Südhalbkugel sind Polarlichter zu sehen. Da auf der Südhalbkugel der Magnetpol deutlich weiter vom geographischen Südpol entfernt liegt, sind Polarlichter auch in Australien zu sehen, dort bekannt unter dem Namen Aurora australis.