Halbzeitbilanz des Sommers

Heute Sonntag beginnt bereits die zweite Hälfte des meteorologischen Sommers 2016. Bis jetzt war der Sommer minimal wärmer als im langjährigen Schnitt. Dazu gab es ergiebig Regen. Fast überall sind die Regenmengen jetzt schon grösser als während des ganzen letzten Sommers.

Gestern ging bereits die erste Hälfte des Sommers 2016 zu Ende. Bis jetzt bot der Sommer wettermässig wenig Erquickendes. Die Sonne machte sich rar wie schon lange nicht mehr. Auf dem Säntis zeigte sie sich bis jetzt nur gerade 156 Stunden, was im Durchschnitt 3,4 Stunden pro Tag entspricht. Jetzt im Sommer wären aber pro Tag bis zu 16 Stunden Sonnenschein möglich. Nur an den beiden Tessiner Stationen Lugano und Locarno liegt man mit je 354 Stunden knapp im langjährigen Schnitt der klimatologisch relevanten Jahre 1961 bis 1990.

Der viele Regen führte immer wieder zu Hochwasser, so auch am 9. Juni an der Töss. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hochwasser Der viele Regen führte immer wieder zu Hochwasser, so auch am 9. Juni an der Töss. FB

Regenmenge reicht für einen ganzen Sommer

Regen fiel bis jetzt mehr als nur ergiebig. An den meisten Orten gab es vom 1. Juni bis am 16. Juli schon mehr Regen als 2015 im ganzen Sommer. Besonders krass ist der Vergleich in der Region Zürich und im Südtessin. In Zürich gab es bis jetzt seit dem 1. Juni 341 Millimeter Regen. Im vergangenen Jahr fielen aber während des ganzen Sommers nur 250 Millimeter Regen. Auch in Lugano war es mit 370 Millimetern deutlich nasser als im vergangenen Jahr während des ganzen Sommers. Damals wurden zwischen dem 1. Juni und dem 31. August nur 259 Millimeter Regen verzeichnet.

Am 23. Juni war es oft wolkenlos und bis 35 Grad heiss. Bild vom Bantiger. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 23. Juni Am 23. Juni war es oft wolkenlos und bis 35 Grad heiss. Bild vom Bantiger. Peter Beutler

Mässig warm und dennoch bis 35 Grad

Bis jetzt war der Sommer 2016 auch nur mässig warm. Nördlich der Alpen liegt der Wärmeüberschuss zwischen 0 und 0,5 Grad im Vergleich zur klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990. Im Süden war es in den vergangenen 45 Tagen immerhin 0,5 bis 1 Grad wärmer als üblich. Vergleicht man den Sommer 2016 aber mit den Werten der vergangenen 10 Jahre, so war kein Sommer nur annähernd so kühl. Trotzdem stieg das Thermometer am 23. Juni in Visp schon auf einen Wert von 35,3 Grad. Damals wurden auch im Mittelland verbreitet 32 Grad gemessen, in Basel und am Jurasüdfuss gab es stellenweise mehr als 33 Grad. Dazwischen gab es aber auch immer wieder Kaltlufteinbrüche. Am 17. Juni gab es in Graubünden stellenweise Schnee bis auf 1200 Meter herunter, und auch in der vergangenen Woche gab es in der Nacht auf Donnerstag ein paar Flocken bis auf 1400 Meter.

Hoffnung auf Besserung

In den kommenden Tagen sieht es nach einer deutlichen Erwärmung aus. Bis Donnerstag liegen die Höchsttemperaturen im Bereich um 30 Grad, und auch danach scheint es zumindest warm weiterzugehen. Allerdings nimmt ab Donnerstag die Schauerneigung wieder deutlich zu.

Am 13. und 14. Juli schneite es in Arosa. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wintereinbruch Am 13. und 14. Juli schneite es in Arosa. Thomas Haueter