«Ingo» war der Star des Monats

Dauerhoch «Ingo» sorgte im März im ganzen Land für Frühlingsgefühle. An den meisten Orten war es rund 2 Grad zu warm und nördlich der Alpen auch viel zu trocken. Die Sonne machte massiv Überstunden. In vielen Gegenden zeigte sie sich 50 Prozent mehr als üblich.

Das Wetter war im März 2014 von Hochdruckgebieten bestimmt. Für Schlagzeilen sorgte vor allem «Ingo», der mit seinen randlichen Teil-Hochdruckgebieten unser Wetter vom 6. bis 22. März bestimmte. Nach einem kurzen Wintereinbruch am 24. und 25. März mit Schnee zum Teil bis auf 400 Meter herunter, brachte uns das nächste Hochdruckgebiet Ende Monat bereits wieder die Frühlingswärme zurück.

Schneebedeckte Wiesen und Häuser in Thun. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Thun schneebedeckt Am 24. März war es in Thun plötzlich wieder weiss. Richard Lüthi

Vier Grad wärmer als vor einem Jahr

Der März 2014 war fast 4 Grad wärmer als der März 2013. Allerdings war der März 2013 der kälteste seit nunmehr 27 Jahren. Der März 2014 lag rund 2 Grad über dem Erfahrungswert der Jahre 1981 bis 2010 bzw. rund 3 Grad über der klimatologisch relevanten Referenz der Jahre 1961 bis 1990. Immer mehr entpuppt sich der März als Monat der Extreme. War es in den Jahren 2006 und 2013 deutlich zu kühl, war es im März 2012 und im März 2003 noch milder als jetzt.

Frost schlug zu

Hoch «Ingo» sorgte zwar für hohe Nachmittagstemperaturen, gleichzeitig waren die klaren Nächte aber kalt. In Aadorf im Thurgauer Tannzapfenland, gab es im März 18 Nächte mit Frost, im Februar waren es dagegen nur 15 Nächte. Am Hallwilersee gingen die Temperaturen am 27. März auf -4 Grad zurück. In den Hochtälern lagen die Tiefsttemperaturen bei -19 Grad, so beispielsweise auf dem Flugplatz Samedan.

Schon der erste Sommertag!

Auf der Alpensüdseite führte die Kombination aus «Ingo» und Nordföhn bereits zu den ersten Sommertagen. Am 16. und 17. März wurden im Süden zum Teil mehr als 25 Grad gemessen, was in der Terminologie der Meteorologen einem sogenannten Sommertag entspricht. Die höchste Temperatur verzeichnete Chiasso mit 26,4 Grad, gefolgt vom Maggiadelta mit 26,3 Grad. Im Norden reichte es zwar noch für keinen Sommertag, mit 22,5 Grad in Genf und 21,7 Grad in Basel wurde es aber auch schon angenehm warm.

Nur 5 Millimeter Niederschlag in Sitten

Blühende Sträucher in Spreitenbach Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Frühling in Spreitenbach Bereits am 21. März blühten die Kirschblüten in Spreitenbach. Martha Bruhin

Bei andauerndem Hochdruck war es entsprechend trocken. Im Rhonetal fielen stellenweise nur 5 Millimeter Niederschlag, in Adelboden gab es auch nur 8 Millimeter. Trocken war es auch dem Jura entlang. Dort fielen verbreitet nur 20 bis 30 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge, und so gingen in Basel ebenfalls nur 18 Millimeter Regen nieder. Zu feucht war es lediglich im Tessin, im Oberengadin und in Teilen von Nordbünden. Dabei brachte vor allem das Ereignis vom 23. und 24. März grosse Niederschlagsmengen.

Sonne satt

Im ganzen Land gab es mehr Sonnenschein als sonst im März. Vor allem in der Nord- und Ostschweiz betrug der Überschuss an Sonnenscheinstunden rund 50 Prozent. Absolut gesehen zeigte sich die Sonne im Wallis am längsten, und der Gornergrat mit 243 Stunden Sonnenschein darf sich Sonnenstube der Schweiz nennen.

Keine Änderung in Sicht

Auch in den kommenden Tagen geht es mit mildem Frühlingswetter weiter. Auf das kommende Wochenende hin wird es zwar zunehmend unbeständig, von einem erneuten Wintereinbruch kann aber - zumindest vorerst - keine Rede sein.