Trüber und nasser September Leicht verwöhnt!

Bis jetzt war der September in meteorologischer Sicht eine Enttäuschung. Kein Altweibersommer, keine warmen, sonnigen Tage und nun bereits Bodenfrost. So schön wie in unseren Vorstellungen ist der September aber in der Regel in der Schweiz nicht.

Vor einem Jahr erlebten wir zusammen mit dem September 2006 den wärmsten September aller Zeiten, und auch die letzten Tage im August 2017 waren von viel Sonnenschein und grosser Hitze geprägt. Kein Wunder sind wir enttäuscht, wenn sich die Sonne seit dem Monatswechsel rar macht.

Temperaturverlauf auf dem Säntis seit Monatsbeginn. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auf den Bergen viel zu kalt Auf dem Säntis war es bis jetzt deutlich zu kalt, und da ändert sich vorerst auch noch nichts. Ivo Sonderegger, SRF METEO

Das gab es auch schon

Blicken wir auf die letzten zehn Jahre zurück, so war es im September 2007, 2008, 2010 und 2015 noch kühler als jetzt. In Basel liegt die Temperatur ziemlich genau im Schnitt der letzten Jahre. Im Osten war es kühler. Da liegt die Durchschnittstemperatur rund 1 Grad unter der Norm. Bis jetzt deutlich zu kühl war es nur im Hochgebirge. Auf dem Säntis war der September letztmals 2001 kühler als der bisherige Monat, und die Durchschnittstemperatur liegt mehr als 2 Grad unter der Referenz. Enttäuschend waren bis jetzt die Nachmittagstemperaturen. Darf man in Zürich an einem Septembernachmittag rund 19 Grad erwarten, verharrten jetzt die Temperaturen oft im Bereich um 15 Grad.

Verschneite es Vals am letzten Sonntag. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wintereinbruch In den Bergen war es viel zu kalt, In Vals lag am letzten Sonntag Schnee. Urs Berni

Sonne im Bummelstreik

Fakt ist: Die Sonne machte sich seit anfangs Monat rar. An vielen Orten auf der Alpennordseite gab es in den ersten 15 Septembertagen nur rund 50 Sonnenstunden, normal wären in dieser Zeit rund 90 Stunden Sonnenschein. Im Süden gab es etwas mehr Sonne, aber auch dort liegen die Werte rund 10 bis 15 Prozent unter dem Schnitt.

Aufziehende Kaltfront bei Oberhallau/SH. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Viele Wolken, wenig Sonne Die Nachmittagstemperaturen waren oft tief, weil viele Wolken über der Schweiz lagen. Benjamin Frei

Nicht überall nass

Bis jetzt hatten wir den Eindruck eines nassen Septembers, vor allem weil es an den Wochenenden anhaltend regnete. Fakt ist: In Teilen des Kantons Graubünden und im östlichen Teil des Kantons St. Gallen gab es jetzt schon mehr Niederschlag als normalerweise in einem ganzen Monat September. In anderen Gegenden der Schweiz war es aber sehr trocken. In Visp fielen bis jetzt nur 3,2 Millimeter Regen, in Sitten 6,8 Millimeter. Auch im westlichen Mittelland und in Teilen der Nordwestschweiz liegen die Niederschlagswerte weit unter der Norm.

Überschwemmtes St. Galler Rheintal bei Balgach. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Überschwemmtes Rheintal Vor allem im Osten war es bis jetzt viel zu nass. Florian Götz

Das Warten auf den Altweibersommer

Bis am Dienstag kann nicht auf eine grundlegende Wetteränderung gehofft werden, danach scheint es, dass sich ein Hoch bei uns durchsetzt und wieder Nachmittagstemperaturen bis gegen 20 Grad bringt.