Letztes Januarwochenende: 16 Grad, dann Orkanböen und Dauerregen!

Am Samstag war es bis am Nachmittag sonnig und bis 16 Grad warm. Dann erreichte uns eine Kaltfront. Sie brachte Windspitzen bis 168 Kilometer pro Stunde und ergiebigen Regen. Im Osten schneite es am Sonntagmorgen sogar bis auf 500 Meter herunter. Eine Wetterberuhigung gibt es erst am Montagmorgen.

Das letzte Januarwochenende begann nördlich der Alpen mit viel Sonnenschein. In den Alpen war es am Samstagmorgen oft wolkenlos, und im Mittelland hatte es einige Nebelfelder. Am Nachmittag zogen aber von Nordwesten rasch Wolken auf, und am Abend setzte kräftiger Regen ein, dazu kam ein kräftiger Sturm auf.

Frühlingsgefühle und strahlender Sonnenschein am Samstagmorgen im Emmental. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Frühlingsgefühle und strahlender Sonnenschein am Samstagmorgen im Emmental. Rudolf Kläy

Orkanböen

Die stärksten Böen gab es beim Durchgang der Kaltfront am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag. Auf dem Jungfraujoch wurde eine Maximalböe mit 167 Kilometern pro Stunde gemessen. Auf dem Pilatus lag der Spitzenwert bei 135 Kilometern pro Stunde, auf dem Säntis bei 130 Kilometern pro Stunde. Auch im Flachland stürmte es kräftig. In Steckborn am Bodensee wurden 99 Kilometer pro Stunde verzeichnet, in Basel erreichte eine Böe einen Wert von 85 Kilometern pro Stunde.

Am Sonntagmorgen lag am Bretzwiler Stierenberg auf 900 Metern über Meer etwas Schnee. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am Sonntagmorgen lag am Bretzwiler Stierenberg auf 900 Metern über Meer etwas Schnee. Franz Schweizer

Schneefallgrenze auf Achterbahnfahrt

Am Samstagnachmittag wurden im leicht föhnigen St. Galler Rheintal Temperaturen bis 15,8 Grad registriert. Im Mittelland lagen die Höchstwerte am Samstag meist zwischen 10 und 13 Grad. So befand sich die Schneefallgrenze beim Einsetzen der Niederschläge und auch in der Nacht zum Sonntag meist zwischen 1000 und 1400 Metern. Am Sonntagmorgen sickert plötzlich kalte Luft ins östliche Flachland, und so sank die Schneefallgrenze für kurze Zeit bis auf 500 Meter, einzelne Flocken gab es sogar am Ufer des Bodensees. Entsprechend wurden am Morgen um 9 Uhr in Güttingen am Bodensee +1,5 Grad gemessen, während es in Genf gleichzeitig fast 9 Grad gab. Noch krasser waren die Gegensätze in den Alpentälern. Im Glarnerland schneite es bei einer Temperatur von genau 0 Grad in Glarus. Gleichzeitig regnete es im Urner Reusstal bei knapp 6 Grad.

Unterschiedliche Niederschlagsmengen

Bis am Sonntagabend fielen auf dem La Dôle genau 65 Millimeter Niederschlag. In Magglingen gingen 61 Millimeter nieder, in Ebnat Kappel im Toggenburg waren es 56 Millimeter und in Leukerbad 55 Millimeter. Sonst waren die Mengen in der Regel geringer. Wenig Regen gab es zwischen der Orbeebene und dem Brienzersee. Dort waren es nur 2 bis 9 Millimeter. Ganz trocken blieb es in weiten Teilen des Mittel- und Südtessins sowie im Oberengadin und in einigen Südbündner Tälern.

Mit Warmfront wird es immer wärmer

Am Sonntagnachmittag erreichte uns eine Warmfront. Damit wurde es immer milder. In Genf und Bern gab es im Laufe des Nachmittages mehr als 10 Grad, in Basel wurden sogar 12 Grad gemessen. Nur im St. Galler Rheintal und in Nordbünden blieb es zunächst noch kalt. Auch dort wird aber im Laufe der Nacht auf Montag die Erwärmung einsetzen.

Immer noch windig und Hochwassergefahr

Auch am Sonntagabend gab es auf dem Jungfraujoch und dem Säntis immer noch Orkanböen. Im Flachland lagen am frühen Abend die höchsten Windwerte bei 80 Kilometern pro Stunde, so im solothurnischen Niederamt. Mit der immer milderen Luft muss in der Nacht zum Teil mit Hochwasser gerechnet werden. Die Schneefallgrenze steigt auf 1600 bis 2100 Meter an. Damit schwemmt der Regen den frisch gefallenen Schnee wieder weg, und es kommt lokal zu Hochwasserspitzen. Das Bundesamt für Umwelt hat an der Thur die Gefahrenstufe 3 ausgegeben. Praktisch im ganzen Alpenraum besteht zudem eine erhebliche Lawinengefahr. Eine weitgehende Entspannung gibt es erst am Montagmorgen. Danach wird es sehr mild. Am Montagnachmittag gibt es im Mittelland 12 bis 15 Grad, im Tessin sind 18 oder sogar 19 Grad möglich!