Orkantief Tini wütete auf den Britischen Inseln

Auf den britischen Inseln tobte am Mittwoch der schwerste Sturm seit 1997. Bis zu 260'000 Haushalte in Irland waren ohne Strom und es wurden Windgeschwindigkeiten bis 180 km/h verzeichnet.

Leuchtturm an Küste, daneben meterhohe Welle. Menschen erscheinen verschwindend klein. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Porthcawl South Wales Orkan Tini peitschte mit meterhohen Wellen an die Küste von Wales. SRF

Ein Sturmtief jagt das nächste. Gestern Mittwoch war es das Orkantief mit Namen Tini. Es wird vor allem im Westen und Süden Irlands vom schlimmsten Sturm seit 1997 gesprochen. Neben abgedeckten Dächern und umgestürzten Bäumen waren gemäss irischem Elektrizitätswerk ESB zeitweise bis zu 260'000 Haushalte ohne Strom. Heute Mittwochmorgen mussten noch 190'000 ohne Elektrizität auskommen.

Uferpromenade mit Gischt und Wellen. Menschen können kaum laufen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Porthcrawl South Wales Stürmische Bedingungen an vielen Orten auf den Britischen Inseln. SRF

Die stärksten Böen in bewohntem Gebiet wurden aber in Aberdaron an der Westküste von Wales mit 174 km/h gemessen. Auch Barfleur mit 163 km/h an der französischen Küste des Ärmelkanals sowie der Flughafen Shannon in Irland massen mit 158 km/h extreme Orkanböen.
Die absolut höchsten Windgeschwindigkeiten wurden allerdings in unbewohnten Gebieten verzeichnet. Auf dem Great Dun Fell, einem Berg im Norden Englands auf 848 m ü.M. wurde in der Nacht auf Donnerstag eine Spitzenböe von 180 km/h aufgezeichnet. Eine ähnlich starke Böe wurde am Mittwochnachmittag auf einer Erdgasplattform südlich der irischen Küste mit 178 km/h registriert. Des Weiteren wurde auf dieser Plattform eine maximale Wellenhöhe von 25 Metern gemessen. Dies stellt einen neuen Rekord für die Gewässer rund um Irland dar. Der bisherige Rekord lag bei 23.4 Metern, gemessen von einer Boie nordwestlich von Irland vom Irischen Wetterdienst.

Am Samstag folgt bereits das nächste kräftige Tief mit dem Namen Ulla, das sich aktuell über dem Atlantik entwickelt. Es wird nach aktuellen Modelldaten in ähnlicher Stärke über die britischen Inseln hinweg ziehen. Dieses wird auch einen Einfluss auf die Schweiz haben. Auf der Alpennordseite bewirkt es nämlich einen starken Druckabfall, der in den Tälern auf der Alpennordseite einen starken Föhnsturm zur Folge haben wird.