Zum Inhalt springen

Schleierhafter Hochnebel Das schwierigste Wetterphänomen

Immer genauer, immer schneller, immer besser werden unsere Wettercomputer. Und dennoch stehen wir ab und zu ungewollt im Nebel, oder wie am Samstag ungeplant in der Sonne. Warum ist diese Prognose so schwierig?

Welches Wetterphänomen können wir am schlechtesten vorhersagen? Föhn? Gewitter? Schneefallgrenze? Das sind alles gute Kandidaten und ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie auf Föhn getippt haben. Falsch; es ist der Hochnebel.

Warum ist die Hochnebelprognose immer noch so schwierig?

Hochnebel ist eine sehr dünne Schicht, oftmals nur 200 oder 300 Meter dick; das ist sehr dünn und wird von Wettermodellen nur schlecht erfasst. Zum Vergleich: Gewitterwolken werden 10'000 bis 20'000 Meter hoch Der Meteorologe kann sich also nicht auf die Berechnungen der Wettermodelle verlassen, anders als beispielsweise beim Föhn, der meist recht gut berechnet wird.

Für die Prognose müssen wir überlegen, welcher Faktor den Hochnebel wie stark beeinflusst. Ist es die Strahlung? Oder die Bise? Und es gibt viele Faktoren:

  • Bise wird stärker: Der Kaltluftsee dicker, der Hochnebel wird gestärkt und steigt an.
  • Bise wird schwächer: Hochnebel sinkt, löst sich zum Teil auf.
  • Südwestwind an Obergrenze: Turbulenz, Hochnebel wird durchmischt, löst sich auf.
  • Südwestwind: Bringt warme Luft, verschärft Inversion, macht Nebel stark.
  • Wolken über Hochnebel: Gegenstrahlung, wärmt Obergrenze, löst Hochnebel auf.
  • Sonneneinstrahlung: schwächt Hochnebel.
  • Dicke des Hochnebels: Je dicker desto zäher.

Alle diese Faktoren müssen gegeneinander abgewogen werden für die Hochnebelprognose. Das gelingt oft, aber leider längst nicht immer.