Warme Flüsse lassen Arktis schmelzen

Das arktische Meereis schmilzt von Jahr zu Jahr. Gemäss amerikanischen Forschern sollen unter anderem die warmen Zuflüsse dafür verantwortlich sein.

Zwei Bilder. Ein Bild zeigt die Eisausdehnung Ende Sommer 2012. Nur noch ein kleiner Teil der Arktis ist eisüberzogen. Das zweite Bild zeigt die Eisausdehnung ein halbes Jahr später, Ende Winter 2013. Die Eisdecke konnte sich flächenmässig zwar etwas erholen, kommt aber nicht an den 30-Jahre-Median heran. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das arktische Eis schmilzt Der bisherige Tiefststand Ende Sommer 2012 und die Ausdehnung Ende Winter 2013. Gelb: der 30-Jahre-Median. NASA

Die Arktis schmilzt

Die Eisausdehnung über der Arktis schreibt Negativrekorde. Beinahe jedes Jahr wird die Eisdecke etwas kleiner. Im Sommer 2012 hat die Eisdecke ihr bisheriges Minimum erreicht, 3.6 Millionen Quadratkilometer. In den Wintermonaten wächst die Eisdecke zwar flächenmässig wieder an. Doch Messungen zeigen, es handelt sich hierbei vor allem um einjähriges Eis. Das dickere mehrjährige Eis verschwindet zunehmend. Das arktische Eis verliert an Fläche und an Volumen.

Warme Flüsse

Gemäss amerikanischen Forschern lassen unter anderem die vermehrt warmen Zuflüsse das Eis in der Arktis schmelzen. Drei Faktoren sollen eine Rolle spielen:

  1. Die von den Flüssen getragenen Wassermassen haben in den letzten Jahren zugenommen.
  2. Durch die höheren Temperaturen an Land haben sich die Flussbetten und somit auch das Flusswasser erwärmt.
  3. Die arktische Eisausdehnung sei dünner und brüchiger geworden. Das Eis sei daher anfälliger auf Erwärmung.

Doch der Arktische Ozean erwärmt sich nicht alleine durch die warmen Zuflüsse, auch die Sonne hat eine Bedeutung. Wird die Eisdecke kleiner, trifft das Sonnenlicht auf den dunklen Ozean. Der Ozean speichert das Sonnenlicht als Wärme.

Warme Farben wie rot oder orange verdeutlichen die warmen Wassermassen, die von den Flüssen ins Meer getragen werden. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Meerestemperaturen am 5. Juli 2012 Das warme Wasser der Zuflüsse erwärmt den Ozean in kürzester Zeit. NASA

Erwärmung in kürzester Zeit

Um zu verstehen wie sich die Erwärmung des Arktischen Ozeans genau abspielt, hat das Forscherteam das Flussdelta um den Mackenzie River in Westkanada genauer untersucht.

Im Winter ist das Flussdelta jeweils von Eis überzogen. Während das Eis auf dem offenen Ozean bereits wieder schmilzt, bleibt entlang der Küste und des Deltas das Eis bis in die frühen Sommermonate erhalten. Das Eis bildet somit eine Barriere zwischen dem warmen Flusswasser und dem bereits offenen Arktischen Ozean. Das warme Flusswasser staut sich hinter der Eisbarriere. Sobald die Barriere bricht, stürzt das warme Wasser wie eine Flut in den kalten Ozean. Der Ozean erwärmt sich in kürzester Zeit um mehrere Grad.

Der Antarktis fehlen die Flüsse

Im Vergleich zur Arktis, ist die Eisausdehnung in der Antarktis stabiler. Die Antarktis liegt als gefrorener Kontinent mit einer Eisdecke überzogen auf dem Südpol. Der Antarktis fehlen grosse Flüsse und somit der Wärmetransport.

Lesehinweise

Warm Rivers Play Role in Arctic Sea Ice Melt.

World of Change. Arctic Sea Ice.

Satellite Reveals Dramatic Arctic Ice Thinning.

Arctic Sea Ice Minimum in 2013 is Sixth Lowest on Record.