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Zweitwärmster Juni Hitze, Regen, dann Monsterhitze

Im Osten erlebten wir nach 2003 den zweitwärmsten Juni überhaupt. Dazu gab es lokal Temperaturen wie noch nie. In Sitten wurden am Sonntag 37,0 Grad gemessen. Allerdings war der Juni nicht nur sonnig und heiss. Nach Pfingsten gab es viel Regen und zusammen mit der Schneeschmelze lokal Hochwasser.

Estavayer-le-Lac.
Legende: Sonne und Hitze Schon anfangs Monat gab es die ersten Hitzetage. Ueli Klossner

Nach einem kühlen Mai änderte sich das Wetter pünktlich zum Monatswechsel, und in Sitten gab es schon vom 2. bis 5. Juni vier Hitzetage in Folge, aber auch im Mittelland wurden schon erste Hitzewerte mit mehr als 30 Grad verzeichnet. Danach folgten aber 10 Tage mit kühlerem Wetter, und es fiel zum Teil ergiebiger Regen. Dafür gab es in der letzten Juniwoche an einigen Orten Temperaturen wie noch nie. So war der Juni 2019 vor allem im Osten, teilweise auch im Süden und in der Höhe insgesamt der zweitwärmste nach 2003. Im Westen lag er verbreitet auf Platz 3 hinter 2003 und 2017. Nur in der Genferseeregion rangierte er unter ferner liefen. In Pully, Nyon und Genf war es Platz 6, in Aigle gar nur Platz 7. Im Osten und auf den Bergen war es zum Teil 5 bis 6 Grad zu warm im Vergleich zur klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990. Im Westen und Süden war es rund 4 Grad wärmer als sonst und am Genfersee etwa 3 Grad.

Erstmals 37 Grad im Juni

Die letzte Juniwoche war gekennzeichnet durch eine extreme Hitzewelle. In Sitten wurden am 30. Juni 37,0 Grad gemessen. Das ist der höchste je in der Schweiz gemessene Juniwert. Bis jetzt lag der absolute Rekord bei 36,9 Grad, gemessen am 27. Juni 1947 in Basel, und auch am vergangenen Freitag gab es in Sitten 36,9 Grad. Die 37,0 Grad bedeuteten aber auch die höchste in der Schweiz gemessene Temperatur seit dem Sommer 2015. Trotz grosser Hitze: Sowohl der Höchstwert auf der Alpennordseite (39,7 Grad), wie auch der gemessene nationale Höchstwert von 41,5 Grad blieben unangetastet.

Bullenhitze in der letzte Juniwoche

Die Hitzewelle der letzten Juniwoche sorgte besonders auf den Bergen und in den südlichen Tälern für Temperaturen wie noch nie. Auf insgesamt 15 Stationen des staatlichen Wetterdienstes gab es neue absolute Temperaturrekorde, so in Davos, Scuol oder in Grächen, aber auch auf dem Säntis und dem Corvatsch. Herausragend sind die 29,7 Grad auf der Cimetta in einer Höhe von 1660 Metern über Meer. Dort wurde der alte Rekord aus dem «Jahrhundertsommer 2003» um sagenhafte 3,5 Grad übertroffen. Im Mittelland wurde nur in Koppigen/BE mit 36,5 Grad eine neue absolute Höchsttemperatur registriert.

Der Alpenrhein bei Reichenau.
Legende: Hochwasser Der Alpenrhein führte am 11. Juni Hochwasser, bedingt vor allem durch die Schneeschmelze. Anna-Maria Casanova-Mark

Hochwasser nach Pfingsten

Vom 10. bis 12. Juni goss es teilweise wie aus Kübeln. In Airolo fielen innerhalb von 72 Stunden fast 190 Millimeter Regen, mehr als 150 Millimeter gab es an mehreren Messstellen im Maggiatal, im Osernonetal, im Bergell und in San Bernardino sowie in Binn und Ulrichen im Wallis. Viel Regen gab es aber auch in den angrenzenden Gebieten der Alpennordseite. In Graubünden gab es in Kombination mit der grossen Schneeschmelze zum Teil Hochwasser. Spannend: Im St. Galler Rheintal führte der Rhein Hochwasser, obwohl dort nur 40 Prozent des üblichen Juni-Niederschlages fiel, und auch in Davos gab es nur 50 Prozent des sonstigen Niederschlages, und dennoch führten auch dort die Bäche Hochwasser. An den meisten Orten in der Deutschschweiz, aber auch im Mittel- und Südtessin war der Juni zu trocken.

Traktor beim Heuen.
Legende: Heuwetter In der Deutschschweiz war es oft trocken, und so gab es gutes Heuwetter. Lukas Wyss

Sonne im Osten und in den Bergen

Im Hochgebirge und im Osten zeigte sich die Sonne am längsten, stellenweise mehr als 300 Stunden, so auf dem Corvatsch, aber auch am Bodensee. Östlich der Reuss und auf den Jurahöhen gab es etwa 1 ½ so viel Sonnenschein wie sonst im Juni. Nur knapp über dem Durchschnitt lag die Zahl der Sonnenstunden dagegen im Rhonetal und auch im Süden.

Wolkenloser Silsersee im Engadin.
Legende: Sonne satt In der letzten Juniwoche gab es nicht nur Hitze, sondern auch viel Sonnenschein und kaum Quellwolken. Brigitta Etzweiler

Der Sommer ist noch nicht vorbei

Mit dem aktuellen Monatswechsel gibt es wieder einen Wetterumschwung. In den kommenden Tagen muss teilweise mit Gewittern gerechnet werden. In der zweiten Wochenhälfte kehrt der Sommer schon wieder zurück. Die Temperaturen liegen meist bei 25 bis 30 Grad, und es gibt nur einzelne Gewitter. Die Monsterhitze nimmt aber zunächst eine grössere Pause.