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Neue SekPro-Klassen im Kanton Schwyz: Ja oder Nein?
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 01.09.2020.
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Kanton Schwyz Neue Förderklasse für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler?

Sollen die Bezirke selber über eine Einführung sogenannter SekPro-Klassen entscheiden können? Bereits zwei SekPro-Klassen gibt es probehalber im Bezirk Höfe.

Die Leistungsklasse SekPro ist ein Bildungsangebot für besonders leistungsstarke Jugendliche. Dabei werden gewisse Fächer ab der ersten Oberstufe zweisprachig unterrichtet. Um Zutritt zu einer SekPro-Klasse zu bekommen, müssen die Schülerinnen und Schüler einen gewissen Notendurchschnitt aus der sechsten Klasse mitbringen.

Im Bezirk Höfe gibt es in Wollerau und Pfäffikon bereits je eine solche SekPro-Klasse. Die Erfahrungen seien sehr gut und die Nachfrage da, sagt Bildungs-Bezirksrat Guy Tomaschett: «Ein Evaluationsbericht vom Amt für Volksschulen bestätigt, dass das SekPro-Modell sinnvoll ist. Deshalb möchten wir, dass wir weiterhin die Möglichkeit haben solche Klassen anzubieten».

Konkurrenz von Privatschulen steigt

Die Regierung des Kanton Schwyz und der Erziehungsrat sind jedoch der Meinung, dass es bereits genug Förderangebote für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im bestehenden Volksschulgesetz gebe: «Ein Sonderzug für die Bezirke ist in diesem Fall sicher nicht nötig. Ausserdem wollen wir nicht noch eine zusätzliche Selektion von starken und schwachen Schülerinnen und Schülern», sagt Bildungsdirektor und Vorsteher des Erziehungsrats Michael Stähli (CVP).

Das Problem sei vor allem die Konkurrenz von den Privatschulen, hält Guy Tomaschett entgegen: «Rund ein Fünftel pro Jahrgang wechselt im Bezirk Höfe an eine Privatschule. Dort sind die Angebote für gute Schüler häufig besser. Mir ist es daher ehrlich gesagt lieber, dass die leistungsstarken Jugendlichen in eine SekPro gehen und auf dem Pausenhof oder in Freifächern mit Realschülern in Kontakt kommen, als dass sie ganz an private Schulen verschwinden».

Ungleich lange Spiesse für Bezirke

Einig sind sich Befürworter und Gegner, dass nicht alle Bezirke die gleichen Bedürfnisse haben. Nicht in allen Bezirken ist die Nachfrage nach solchen Förderklassen da. «Genau deshalb sollen die Bezirke selber entscheiden können, ob sie eine SekPro wollen oder nicht», sagt Guy Tomaschett.

«Wo kämen dann die Klassen zu stehen? Wäre das Angebot dann nur für ansässige Schülerinnen und Schüler zugänglich, oder auch für solche aus anderen Bezirken? Das sind alles Gründe, warum eine Bezirksregelung schwierig wäre», findet hingegen Bildungsdirektor Michael Stähli.

Das Kantonsparlament hatte sich mit 65 zu 29 Stimmen für die Änderung des Volksschulgesetzes – also für die SekPro-Klassen – ausgesprochen. CVP und FDP waren grösstenteils dafür, die Mehrheit der SP und der SVP dagegen. Die Regierung sowie der Erziehungsrat sind gegen die Einführung von SekPro-Klassen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 1.9.2020, 17:30 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Graf  (U.G)
    das System hat sich umgedreht: Früher wurden die schwachen gefördert, heute ist das Niveau so gesunken, dass man die Guten separat fördern muss. Es zeigt einmal mehr das die Linksgrünen Konzepte der Integration von Kindern die kaum deutsch verstehen und das "wir sind alle gleich" einfach eine Lüge ist, die unserer Gesellschaft nachhaltig Schaden zufügt. Aber diese Stimmen werden nicht gerne gehört, sie sind politisch und ideologisch nicht korrekt. Auch wenn viele Lehrer genau das bezeugen
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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Das ist eine erste Auswirkung der Einführung der obligatorischen überlangen Primarschulzeit von 6 Jahren. Die guten Schüler*innen langweilen und nerven sich!
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  • Kommentar von Beat Stocker  (BeaSt)
    Leistungsklassen fördern die Segmentierung der Gesellschaft, statt die Vorteile der Integration zu pflegen. Statt in Eliteklassen können Hochbegabte im Unterricht Lehrfunktionen übernehmen und allenfalls in speziellen Lektionen 'gefördert' werden. Eine Gettoisierung in Leistungsklassen ist unnötig und asozial.
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    1. Antwort von Jonas Bless  (Jonas Bless)
      Asozial ist es die Leistungsstarken als unbezahlte Hilfslehrkräfte in dir Pflicjt zu nehmen, die dann natürlich prompt als "Streber" gebrandmarkt werden.
      Lieber die Niveauklasse von früher wieder einführen. Sek, Real und Werkschule gibt es ja bereits. So viel zur Ghettoisierung.
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    2. Antwort von Beat Stocker  (Beat Stocker)
      @Jonas Bless
      Es geht nicht darum, Lehrer zu ersetzten, sondern dem guten Schüler eine (wertvolle) Aufgabe zu geben und ihn damit pkto Stoffsicherheit und sozialem Umgang weiterzubilden.
      Als langjähriger Schüler und inzwischen Erwachsenenbildner habe ich verschiedentlich festgestellt, dass man beim Lehren viel für sich selber lernt (-en kann).
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