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Pro-Komitee eröffnet Abstimmungskampf
Aus Tagesschau vom 06.08.2020.
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Fernziel Elternzeit Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub: «Ein erster Schritt»

Ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub, so kurz er auch sein möge, ist für das Komitee «Vaterschaftsurlaub jetzt» ein erster Schritt in die richtige Richtung in der Gleichstellungspolitik. Das Fernziel bleibe eine Elternzeit, wie es sie etwa in Deutschland gibt, erklärten die Befürworter bei der Eröffnung der Ja-Kampagne.

Angesichts moderner Familienmodelle sei es höchste Zeit, dass die Schweiz einen gesetzlich geregelten Urlaub einführe, sagte Travail-Suisse-Präsident Adrian Wüthrich.

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Die Abstimmungsvorlage zum Vaterschaftsurlaub kurz erklärt
Aus Arena vom 26.06.2020.
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«Familienpolitisches Entwicklungsland»

Der Walliser SP-Nationalrat Mathias Reynard kritisierte, die Schweiz sei das einzige Land in Europa, das keinen Vaterschaftsurlaub und keine Elternzeit kenne. «Die Schweiz ist ein familienpolitisches Entwicklungsland», sagte auch die St. Galler Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher.

Den Vaterschaftsurlaub brauche es für eine faire Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern in Haus- und Erwerbsarbeit, argumentierte die Baselbieter Ständerätin Maya Graf (Grüne).

Der Bündner CVP-Nationalrat Martin Candinas erklärte: «Die ersten Wochen nach der Geburt sind einmalig und entscheidend für den Beziehungsaufbau zwischen Kind und Eltern.» Vaterschaft in der Schweiz dürfe nicht länger so behandelt werden wie ein Wohnungsumzug. Der Kompromissvorschlag sei pragmatisch und finanzierbar.

Finanzierung wie bei Mutterschaftsurlaub

Eine Volksinitiative wollte ursprünglich einen vierwöchigen Urlaub einführen. Das geänderte Erwerbsersatzgesetz, das am 27. September an die Urne kommt, ist ein vom Parlament verabschiedeter indirekter Gegenvorschlag zum Volksbegehren «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie».

Vater mit Bébé.
Legende: In der Schweiz besteht kein im Bundesrecht geregelter Anspruch auf einen Vaterschaftsurlaub. Das soll gemäss Abstimmungsvorlage geändert werden. Keystone

Die Initianten zogen ihr Begehren unter der Bedingung zurück, dass die Gesetzesgrundlage für den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub in Kraft tritt.

Das ist deshalb umstritten, weil SVP-Vertreter und Jungfreisinnige das Referendum dagegen ergriffen haben. Sie sehen keinen Grund dafür, dass Väter nach der Geburt eines Kindes bezahlten Urlaub erhalten sollen. Kritisiert werden die «Gratis-Ferien», die alle mit Lohnabzügen finanzieren müssten.

Initiative für Elternzeit in der Pipeline

Gemäss der Abstimmungsvorlage könnten Väter in den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes zwei Wochen bezahlten Urlaub nehmen. Dieser würde wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO) finanziert. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 229 Millionen Franken pro Jahr. Dafür sollen 0.06 zusätzliche Lohnprozente je hälftig bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern erhoben werden.

Das vom Arbeitnehmerverband Travail Suisse angeführte Ja-Komitee zur Vorlage ist breit abgestützt. Es sitzen Vertreter aller grossen Parteien darin.

Bereits gibt es Pläne für eine neue Volksinitiative, die eine längere Elternzeit verlangt, welche die Eltern zu einem Teil frei unter sich aufteilen könnten. Linke hatten sich im Parlament für ein solches Modell ausgesprochen. Dieses stösst auch bei Mitte-Politikern auf Zustimmung. Ob und wann daraus eine Volksinitiative wird, ist aber noch offen.

Tagesschau, 3.8.2020, 19.30 Uhr;

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Samuel Röthlisberger  (S.Roethlisberger)
    So mal kurz zur Thematik "Man kann ja schon heute seinen Urlaub dran geben". Ich habe 4 Wochen. 3 davon sind Betriebsurlaub. Da gibt es nicht mehr viel dran zu geben. Und kein Mensch kann eine Schwangerschaft so genau planen, dass die Geburt genau in den Betriebsurlaub fällt.
    Auch Argumente wie "früher gings auch ohne" sind irrelevant. Es ging früher auch mit 48h-Woche, Plumpsklo und ohne fliessend Wasser. Muss man aber trotzdem nicht mehr anstreben. Und 0.06% Lohnabzug machen niemanden arm.
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  • Kommentar von Halbeisen Charles  (chh)
    Was hat das mit Gleichstellung zu tun? Haben alleinstehende Männer und Frauen weniger Rechte. Sind sie gerade gut genug, mit ihren Lohnprozenten die Ferien der jungen Väter zu subventionieren?
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  • Kommentar von Albert Baumberger  (bambich)
    Ich hätte einen ganz einfachen, für alle akzeptablen Vorschlag: Die Eltern (zusammen) erhalten ein Urlaubsbudget und können dann gemeinsam und selbständig diese Wochen aufteilen. Und all das wär dann auch noch im Sinne unserer Verfassung, denn da steht doch etwas von „Gleichberechtigung“ oder nicht? Warum muss das Parlament oder Volk festlegen, wer von beiden Eltern wieviel Urlaub bekommt? So eine sinnlose Diskussion.... Ich denke junge Eltern sind selbstädig genug, um dies zu entscheiden, oder?
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