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Repräsentative Umfrage Mehrheit der Schweizer ist für zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub

  • 71 Prozent der Stimmberechtigten sind für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Link-Instituts.
  • Nur 16 Prozent der Befragten lehnten einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub ab, während 10 Prozent unentschieden waren.
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Aus dem Archiv: Unternehmen führen weitergehende Elternzeit ein
Aus Tagesschau vom 23.01.2020.
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«Die hohe Zustimmung zeigt, dass die Zeit reif ist für einen Vaterschaftsurlaub», erklärte Adrian Wüthrich, Präsident von Travail Suisse und des Abstimmungskomitees «Vaterschaftsurlaub jetzt!». Am 27. September wird über den Vaterschaftsurlaub abgestimmt. Die Studie wurde zum Vatertag am (heutigen) Sonntag veröffentlicht.

Zur Unterstützung der Mutter

Bei den Argumenten für eine Zustimmung oder Ablehnung waren Mehrfachnennungen möglich. Von den Befürwortern eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs nannten 39 Prozent als Grund für ihre Zustimmung, die Mutter werde dadurch unterstützt.

30 Prozent waren der Meinung, dass damit die Gleichberechtigung gefördert wird. 26 Prozent bezeichneten einen Vaterschaftsurlaub als wichtig für die ganze Familie, und für einen Viertel der Befragten war der Aufbau einer Vater-Kind-Beziehung von Bedeutung.

Wer soll das bezahlen?

Das Hauptargument bei den Gegnern waren die Kosten, ein Fünftel von ihnen nannte dies als Grund für ihre Ablehnung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs. 14 Prozent der Gegner hielten einen Vaterschaftsurlaub für unnötig. Für 12 Prozent muss die Finanzierung geklärt werden. 11 Prozent sagten, der Vater könne ja Ferien beziehen, und 10 Prozent hielten einen Vaterschaftsurlaub für zu teuer.

Für die Studie wurden vom 20. bis am 26. Mai 1034 Personen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren befragt.

Derzeit besteht im Bundesrecht kein Anspruch auf einen Vaterschaftsurlaub; meist werden dem Vater ein bis zwei bezahlte Urlaubstage gewährt. Viele grössere Firmen sehen allerdings aus freien Stücken grosszügigere Lösungen vor.

Von vier auf zwei Wochen reduziert

Am 27. September 2020 stimmt die Schweiz über zwei Wochen Vaterschaftsurlaub ab. Bei der Vorlage handelt es sich um ein Referendum gegen den Gegenvorschlag des Parlaments zur Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» vom Sommer 2017.

Die Eckwerte des indirekten Gegenvorschlags: zwei Wochen Vaterschaftsurlaub (statt vier wie in der inzwischen zurückgezogenen Volksinitiative); der Urlaub muss in den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes bezogen werden (tageweiser Bezug möglich); die Entschädigung erfolgt über die Erwerbsersatzordnung (EO).

Bei Annahme: 1.65 Franken weniger Lohn im Monat

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Der neue Urlaub würde gemäss Berechnungen der Verwaltung 230 Millionen Franken pro Jahr kosten. Das hat höhere Lohnabzüge zur Folge: Der EO-Beitragssatz müsste per Anfang 2022 von heute 0.45 Prozent auf 0.5 Prozent angehoben werden. Den Abzug teilen sich Arbeitgeber und -nehmer hälftig.

Bei einem Lohnbezüger mit schweizerischem Medianlohn (6538 Franken brutto/Monat) bedeutet das: pro Monat 1.65 Franken weniger Lohn auf dem Konto.

Unternehmer haben Referendum ergriffen

Das Referendum gegen den Gegenvorschlag des Parlaments hat im November 2019 ein Unternehmer-Komitee um SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr, FDP-Nationalrat Marcel Dobler, alt SVP-Nationalrat Peter Spuhler und weiteren ergriffen. Dem Komitee gehören vor allem Mitglieder von SVP und FDP bzw. deren Jungparteien an.

Für den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub setzt sich auf der anderen Seite ein überparteiliches Komitee ein. Die Federführung der Kampagne liegt beim Dachverband Travail.Suisse, der die Initiative für einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub mit lanciert hat. Dabei sind auch Alliance F, männer.ch und Pro Familia Schweiz.

SRF 4 News, 05.30 Uhr; ;

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Geissbühler  (Socrates)
    Schön wäre es: Mutter und Vater teilen sich in die Betreuung der Kinder. Die Realität sieht in vielen Fällen ganz anders aus: Nach dem zweiwöchigen Papiurlaub werden die Kinder in eine externe Betreuung abgeschoben. Kinder haben heisst auch (befristeten) Verzicht auf eigene Freiheiten. Ein Verzicht, der mehr als nur ausgeglichen wird durch die reichen Erfahrungen bei der ūberdauernden Begleitung des Aufwachsens der Kinder. Wenn das nicht so ist, wäre der Verzicht auf Kinder der richtige Weg.
  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Diese „representative“ Forderung (Das Link Institut ist eine gewinnorientierte Aktiengesellschaft) ist einfach ein weiterer Ausbau des Sozialstaates in Salamitaktik. Wenn die rotgrüne Welle nicht aufpasst mit ihren ständigen sozialen Forderungen und dem Ruf nach neuen Gesetzen welche die Freiheit weiter einschränken, ist ihr Wahlerfolg bald Geschichte.
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Am besten würden alle gesetzlich 6 Wochen Ferien kriegen. Somit würde die Mutterschaft nach wie vor 14/16 Wo. dauern, plus hätten sowohl Mama, als auch Papa wie auch die Steuerzahler für Schule und sonstige Infrastruktur plus 2 Wochen bezahlte Ferien. Alle würden es verdienen in der heutigen dynamischen Zeit. Nicht nur Väter.