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Martina Mousson: «Regierungsvertrauen ist zentral»
Aus News-Clip vom 06.05.2021.
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Umfrage zu den Abstimmungen Breiter gesellschaftlicher Konsens zum Covid-19-Gesetz

  • Eine klare Mehrheit von 67 Prozent hätte Ende April für das Covid-19-Gesetz gestimmt.
  • So lautet das Ergebnis der ersten SRG-Umfrage zu den Abstimmungen am 13. Juni.
  • Gemäss der Umfrage ist das Regierungsvertrauen das zentrale Entscheidungsmerkmal bei den Stimmenden.

Am 13. Juni 2021 entscheiden die Stimmbürger über das Covid-19-Gesetz. Mit diesem können die von der Coronakrise betroffenen Menschen und Unternehmen sowie die Kultur, der Sport und die Medien während der Pandemie finanziell unterstützt werden.

Diese Finanzhilfen wurden vom Parlament im September 2020 sofort in Kraft gesetzt. Dagegen kam ein Referendum zustande. Der Verein «Freunde der Verfassung» wollen damit verhindern, dass notrechtliche Kompetenzen des Bundesrates während der Pandemie nachträglich legitimiert werden. Zudem verleihe das Gesetz dem Bundesrat zu viel Macht, heisst es.

Zu diesem frühen Zeitpunkt im Abstimmungskampf ist der Stand der Meinungsbildung mittel bis fortgeschritten. 56 Prozent der Stimmbürger haben bereits eine feste Meinung zur Vorlage und auch bei der allgemeinen Stimmabsicht führt die Ja-Seite mit 67 zu 27 Prozent.

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Martina Mousson: «Die Meinungen zu diesem Thema sind gemacht»
Aus News-Clip vom 06.05.2021.
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Weshalb diese deutliche Zustimmung? Ein Punkt sei entscheidend, meint Martina Mousson von gfs.bern: «Beim Covid-Gesetz ist es das Regierungsvertrauen und nicht die Parteibindung, welches über allem steht.» Offensichtlich würde die Bevölkerung die Haltung von Bundesrat und Parlament stützen.

86 Prozent Zustimmung bei GLP

Mehrheitlich ablehnende Gruppen finden sich in der Ausgangslage nämlich nur zwei: SVP-Wähler und regierungskritische Teilnahmewillige. Ansonsten herrscht – zumindest in der Ausgangslage – breiter gesellschaftlicher Konsens zum Covid-19-Gesetz.

Die Zustimmungswerte bei den verschiedenen Parteizugehörigkeiten sind unterschiedlich: Während bei den Grünen-Wählern 71 Prozent das Gesetz annehmen würden, sind es bei der GLP sogar 86 Prozent. Bei der SVP liegt die Zustimmungsrate lediglich bei 43 Prozent. Auch bei den Parteiungebundenen Wählern liegt der Ja-Wert mit 55 Prozent unter dem Durchschnitt.

Stadt-Land-Graben anstatt Röstigraben

Wenn auch alle Altersgruppen mehrheitlich dem Gesetz zustimmen, steigt die Zustimmungsbereitschaft mit dem Alter deutlich an. Bei der Altersgruppe 65+ befürworten 77 Prozent das Gesetz. Bei den 40-64-Jährigen liegt die Zustimmungsrate bei 64 Prozent, bei den 18-39-Jährigen noch bei 61 Prozent.

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Martina Mousson: «Es gibt einen Alterseffekt»
Aus News-Clip vom 06.05.2021.
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Ein Sprachgraben (Röstigraben) ist in der SRG-Umfrage nicht festzustellen. Der Graben zwischen Stadt und Land ist entscheidender. Kritische Stimmen finden sich vermehrt in ländlichen Gegenden, während der Zuspruch aus urbanen Gebieten hoch ist.

Konsens über Parteigrenzen hinaus

Auch argumentativ haben die Befürworter die Oberhand, denn ihre Argumente überzeugen nicht nur solide Mehrheiten, sie verfügt zurzeit auch über das wirksamste Argument für einen Stimmentscheid.

Das Covid-19-Gesetz überzeugt vor allem, weil man über die Parteigrenzen hinweg mehrheitlich findet, die Schweiz brauche eine solide Gesetzesbasis, um im weiteren Verlauf der Pandemie gezielt und schnell handeln zu können. So das Ergebnis der Umfrage.

Die Contra-Seite überzeugt weniger breit. Wenn sie argumentiert, dass Maskenpflicht, Betriebsschliessungen und Quarantäne massive Probleme erzeugen würden, und der Schaden der Massnahmen grösser sei als deren Nutzen, unterstützen dies 52 Prozent das Teilnahmewilligen.

Datenerhebung und Stichprobengrösse

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Datenerhebung und Stichprobengrösse

Die Umfrage ist im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 19. April und 3. Mai 2021 durchgeführt worden. Insgesamt wurden die Antworten von 22'732 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt.

Telefonisch befragt wurden 1209 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz: 708 Personen aus der Deutschschweiz, 300 aus der Romandie und 201 aus der italienischsprachigen Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt.

Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten. Der statistische Fehler beträgt ± 2.8 Prozentpunkte. Bei 1209 Befragten und einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.2 und 52.8 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Online-Befragung

Zusätzlich wurden mehrere Tausend Personen online befragt. Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 21'523 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden.

Die Aufteilung der online Befragten auf die Sprachregionen ist wie folgt: 17'093 Personen in der Deutschschweiz, 4990 in der Romandie und 649 in der italienischsprachigen Schweiz. Die Online-Befragung wurde über die Webportale der SRG-Medien realisiert als sogenanntes Opt-in (Mitmachbefragung).

Diese Online-Stichprobenzusammenstellung erfolgte nicht zufällig und die resultierende Stichprobe ist nicht repräsentativ. Es haben beispielsweise weniger ältere Personen als jüngere an der Online-Umfrage teilgenommen und mehr Männer als Frauen.

Deshalb hat das Institut gfs.bern die Antworten gewichtet: Den Verzerrungen in der Stichprobe wurde mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt und so die Repräsentativität optimiert.

Wie wird gefragt?

Die befragten Stimmberechtigten hatten jeweils fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung: «bestimmt dafür», «eher dafür», «weiss nicht/keine Antwort», «bestimmt dagegen» und «eher dagegen».

Für eine vereinfachte Darstellung im Artikel wurden in den meisten Fällen die Antworten «bestimmt dafür» und «eher dafür» zusammengezählt – entsprechend wurde auch mit den Antworten «bestimmt dagegen» und «eher dagegen» verfahren.

Konkret wurde etwa gefragt: «Ganz unabhängig davon, wie sicher Sie sind, dass Sie an dieser Volksabstimmung teilnehmen werden: Wenn morgen schon über die Vorlage abgestimmt würde, wären Sie dann bestimmt dafür, eher dafür, eher dagegen oder bestimmt dagegen?»

Umfragen sind Momentaufnahmen

Das Forschungsinstitut gfs.bern führt zwei Umfragen zur Abstimmung vom 13. Juni 2021 durch. Die Autoren der Studie betonen, die Ergebnisse seien kein vorweg genommenes Abstimmungsergebnis, sondern eine Momentaufnahme zur Zeit der Befragung.

Detaillierte Informationen zur Befragungsart und den Interpretationen der Ergebnisse finden Sie auf der Website des Institutes gfs.bern, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Abstimmungs-Dossier

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Abstimmungs-Dossier

News und Hintergrund zu den Abstimmungen und Wahlen vom 13. Juni 2021.

SRF 4 News, 7.5.21, 06:00 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
    Wie viele Stimmen aus Ohnmacht zu, oder aus Teilnahmslosigkeit oder Bequemlichkeit? Falls die geringste Chance bestünde (was ich nicht glaube), läge sie im Überraschungssieg, dass genügend viele nicht an eine Chance glauben, sich daher keine Sorgen um die Wirtschaftshilfe machen, aber ein Zeichen setzen wollen.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Es braucht, alle 5 Vorlagen dringend und darum Stimme ich mit Überzeugung 5x JA!
    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Das kann man mit guter Begründung auch ganz anders sehen.
  • Kommentar von Kevin Camenzind  (Alex.A)
    Das Covid Gesetz kann man ab schaffen. Unglaublich das der Bund selbst schreibt es ist die Schwerste kriese nach dem 2.Weltkrieg was sicherlich nicht stimmt. Solche aussagen müsste der Bund auf ihrer Internetseite unterlassen.
    1. Antwort von Georg Fischer  (SGF)
      @Alex: Und wieso soll es nicht die schwerste Krise seit dem 2.Weltkrieg sein?
    2. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Ihre Meinung in Ehren. Aber bitte akzeptieren Sie dann wie von der Verfassung in einer Demokratie vorgesehen das Resultat. Danke.

      P.S. Es ist auch meiner Ansicht nach die schwerste Krise seit dem 2. WK.
    3. Antwort von Kevin Camenzind  (Alex.A)
      @SGF@DrFranz MeineMeinung resultiert daruas das der Bund vor der ersten Welle geschlafen hatt was Z.b. die Reserven von Masken beteifft.Ein 2.Lockdown wäre nicht nötig gewesen wenn im Gesundheitswesen Sparmasnahmen vorgenommen werden.Corona hat uns gezeigt wie wichtig dieses System für uns ist und trozdem wird da noch Verkleinert und Abteilungen Geschlossen.Wieso hatt man da bis jetzt noch nichts verbessert so das man mit einer Pandemie normal leben könnte?MitKrieg ist das nicht zu vergleichen
    4. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Camenzind,wieviele Schweizer sind in 6 Jahren)Krieg verstorben und wieviele in 14 Monaten Pandemie?

      Bezüglich Gesundheitswesen bin ich bei Ihnen, das soll optimiert werden.