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Wie bekommt Schaffhausen seinen Sternenhimmel zurück?
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 27.05.2021.
abspielen. Laufzeit 04:54 Minuten.
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Kampf gegen Lichtverschmutzung In Schaffhausen soll die Nacht dunkler werden

Die Stimmbevölkerung des Kantons Schaffhausen stimmt über Massnahmen gegen die sogenannte Lichtverschmutzung ab.

Schaffhausen könnte der erste Kanton werden, der Lichtverschmutzung gesetzlich verhindert. Bisher kämpfen vor allem Städte so für dunklere Nächte.

Am 13. Juni entscheidet die Stimmbevölkerung des Kantons über eine Volksinitiative der Grünen. Diese fordern mit dem Vorstoss griffige Massnahmen gegen die zunehmende Lichtverschmutzung. Unter anderem verlangen die Grünen vom Kanton eine Kunstlichtverordnung mit klaren Grenzwerten und eine Bewilligungspflicht für Aussenbeleuchtungen.

Volksinitiative «Mehr Raum für die Nacht»

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Ja: Grüne, SP, AL, GLP, EVP

Nein: SVP, FDP, EDU, CVP

Ziel ist es, das nächtliche Streulicht einzudämmen, das durch Leuchtreklamen, grelle Schaufensterlampen, Strassenlaternen und andere Beleuchtungen entsteht. Zumindest auf dem Land soll man den Sternenhimmel wieder sehen können.

Unnötige Lampen verbieten

Gemäss dem Mitinitianten und Fledermausexperten Christian Ehrat genügten die heutigen, seiner Ansicht nach schwammigen Regeln und Empfehlungen gegen die Lichtverschmutzung nicht. Der teilweise unkontrollierte Einsatz von Licht störe das gesamte nächtliche Ökosystem empfindlich und führe auch bei Menschen zu Schlafstörungen. Lichtemissionen, die keinen eindeutigen Nutzen haben, sollen im Kanton Schaffhausen verboten oder zumindest eingeschränkt werden.

Es werde genug getan

Davon hält Kantonsrat Herbert Hirsiger (SVP) nichts. Das Problem sei erkannt. Es werde schon sehr viel freiwillig gegen die Lichtverschmutzung unternommen; unter anderem mit LED-Lampen, die man zielgerichtet einsetzen könne. Wer sich an der nächtlichen Beleuchtung des Nachbarn störe, soll diesen direkt darauf ansprechen. Die Frage von Helligkeit sei eine Empfindungssache, die man nicht gesetzlich regeln könne.

Eine Mehrheit des Schaffhauser Kantonsrates hat die Initiative «Mehr Raum für die Nacht» im Januar 2021 abgelehnt. Nun entscheidet das Volk.

Auch Freiburg kämpft gegen Lichtverschmutzung

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Kathedrale in Fribourg
Legende: Gut beleuchtet: Die Kathedrale St. Nicholas in Fribourg. Keystone

Das Freiburger Kantonsparlament hat vor kurzem zwei Vorstösse durchgewunken, welche die Nächte dunkler machen sollen. Sie fordern etwa Massnahmen gegen blinkende Lichtreklamen oder gegen zu helle, ständige Strassenbeleuchtung. Nun muss sich die Freiburger Kantonsregierung damit befassen.

SRF1, Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 27.05.21, 17.30 Uhr;

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Stäheli  (Marsus)
    Hier will man wieder etwas mehr verbieten. Stück für Stück wird in der Schweiz die Freiheit immer mehr eingeschränkt. Macht sich niemand dazu Gedanken wie das Endresultat dieser ganzen Entwicklung aussehen wird?
  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Ich bin Ästhet und beleuchte meinen eigenen Garten gerne. Immer mehr Vorschriften für die (noch) freien Bürger lehne ich ab.
    Man sagt uns immer mehr, wie wir zu leben haben, wie wir unsere Kinder zu erziehen haben ... und wie nicht! Zahlen ist das Einzige, was wir immer dürfen.
    Wehret den Anfängen.
    1. Antwort von Felix Bosshardt  (fbosshardt)
      Auf jeden Fall, aber nicht mit 500lx/m2 und die ganze Nacht. Dann sind Sie ein Ästhet. Man kann das alles fein austarieren, aber leider unterschätzen Nicht-Fachleute die Komplexität der Zusammenhänge. Verbieten/Abschalten kann es sicher nicht sein.
    2. Antwort von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
      Sie könne es entscheiden, die Tiere und andere Menschen aber nicht, die sich am Licht in der Nacht stören. Nur weil jemand gerne laute Musik in der Nacht hört, sollte es dementsprechend auch erlaubt sein, oder wie?
    3. Antwort von Melchior Walcher  (melchiorwalcher)
      Die Grenze kann nicht sein, was ich mir leisten kann das muss ich auch dürfen!
      Jeder der für eine Woche in die Malediven in die Ferien fliegt, einen 2.5 Tonnen SUV fährt, Steinwüsten als Garten mag der belastet nicht nur sich selbst sondern einen grossen Teil der Gesellschaft gleich mit.
      Von daher ist mE schon viel zu vieles erlaubt.
  • Kommentar von Peter Stalder  (Stalder Peter)
    Eine gute Sache. Ich geniesse es immer sehr wenn ich nachts mal an einem Ort bin wo kein Kunstlicht stört. Kommt leider viel zu selten vor.
    1. Antwort von Felix Bosshardt  (fbosshardt)
      Junge Menschen brauchen nur 1/3 so viel Licht wie alte Menschen um gut sehen zu können. Die Frage ist eher, warum nicht endlich mehr Sensorik eingesetzt wird, um bedarfsgerecht zu steuern. Bei der öffentlichen Beleuchtung wäre das eine sinnvolle Vorschrift.