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E-Health Unsere Spitäler: Analoge Oasen und digitales Chaos

An der Digitalisierung des Gesundheitswesen wird schon lange gearbeitet. Nun ist endlich Schwung in die Sache gekommen.

Vor über zehn Jahren, 2007, legte der Bundesrat in seiner «Strategie E-Health Schweiz, Link öffnet in einem neuen Fenster» fest, dass bis 2015 das elektronische Patientendossier verwirklicht sein solle. Heute wissen wir: Das klappte nicht.

Zu viele Köche verderben den Brei: Kantone, Politiker, das Bundesamt für Gesundheit, Apotheken, Krankenkassen, Spitäler, Altersheime, Pharmakonzerne, Softwarefirmen – die Liste liesse sich beinahe endlos fortsetzen. Das Gesundheitswesen ist so komplex, dass es wie ein Wunder wirkt, dass nun doch Schwung in die Sache gekommen ist.

Der Grund: Seit 2017 ist ein Gesetz über das elektronische Patientendossier in Kraft.

Spitäler, die nicht ganz freiwilligen Pioniere

Als erste unter den «Leistungserbringern» müssen die Spitäler bis 2020 auf elektronische Patientendossiers umstellen – also Dokumente wie Rezepte, Röntgenbilder oder den Austrittsbericht aus dem Spital elektronisch erfassen und austauschen.

Das funktioniert nur reibungslos, wenn ein Spital selber digitalisiert ist. Eine nicht ganz einfache, weil hochkomplexe Aufgabe, weiss Roland Naef, Leiter Informatik Forschung und Entwicklung am Universitätsspital Zürich. Allein das «Krankenhaus Informations System» (KIS) des Universitätsspitals besteht aus 20 Systemen, die miteinander verbunden sind, so dass die Anwender nichts davon merken.

Rund 3500 Ärzte und Pflegende nutzen pro Tag die verschiedenen Programme mit Laborwerten, Röntgenbildern oder Videos von Operationen.

Kleine «Könige» mit Gartenzaun

Andere Herausforderungen sind weniger technischer Art: Die hierarchischen Strukturen in Spitälern fördern Alleingänge. Am Unispital Zürich beispielsweise fand der ehemalige Direktor der Klinik für Gynäkologie, Computer seien unpraktisch. Er verlangte, dass die elektronischen Krankengeschichten weiterhin ausgedruckt und auf Papier geführt werden.
Die Informationen auf Papier wurden dann wiederum eingescannt und landeten als Duplikate im System. Da erst habe man gemerkt, dass etwas schief laufe, meint Naef.

Alleingänge einer Klinik seien aber nicht immer negativ, manchmal biete sich halt einfach eine bessere Software an für sehr spezifische Aufgaben. Der Kampf mit einer Vielzahl von Schnittstellen und das Vermeiden von «Medien-Brüchen», die dadurch verursacht werden könnten, sei sein täglich Brot, sagt Naef. Der Kampf sei noch nicht gewonnen, aber: «Die grossen Würfe haben wir nun gemacht.»

Heute sei man sei bei etwa 95 Prozent der Digitalisierung. Die letzten 4 Prozent würden vielleicht noch 15 Jahre in Anspruch nehmen. Bis auch das letzte Prozent erreicht sei, so die Prognose des Fachmanns, werde es dann aber noch weitere 100 Jahre dauern.

Herausforderungen tauchten immer wieder auf. Zum Beispiel ein Spezialmessgerät, das die Werte auf einen Thermo-Streifen ausdrucke. Analog, ohne Wlan-oder USB-Anschluss. Da bliebe dann halt nur das Einscannen, um den Ausdruck in eine digitale Form zu bringen.

Das Universitätsspital ist also bereit. Andere sind minimalistischer unterwegs, sagt E-Health Suisse, Link öffnet in einem neuen Fenster, die Kompetenz-und Koordinationsstelle von Bund und Kantonen für die Umsetzung des elektronischen Patientendossiers. Sie sind intern nur mässig digitalisiert und deshalb nächstes Jahr ans Dossier nur über eine nicht nachhaltige Web-Portal-Lösung angeschlossen. Und dann gäbe es noch die Zögerer. Denen läuft wohl langsam aber sicher die Zeit davon.

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