Am Davos Tech Summit öffnete die erste Robot City Europas ihre Tore. Über 40 Robotern konnte man dort bei der Arbeit zusehen – beim Feuerlöschen, Fussballspielen oder Einkaufen.
In Davos gehen die Roboter um
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Bild 1 von 12. In der Robot City des Davos Tech Summits werden Besucherinnen und Besucher von Robotern begrüsst. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 12. Manche der Maschinen sehen Menschen zum Verwechseln ähnlich, so wie Moya aus China. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 12. Während andere keine menschliche Form haben, etwa dieser Mars-Rover. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 12. Oder der Inspektions-Roboter ANYmal. Immerhin dessen Bewegungen erinnern an einen niedlichen Hund. Bildquelle: SRF.
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Bild 5 von 12. Roboter Gigi wird als Begleiter in der Altenpflege eingesetzt – freundlich lächeln kann er schon mal. Bildquelle: SRF.
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Bild 6 von 12. Sudo #R1 hilft beim Einkaufen – und ist bei Kindern sehr beliebt. Schliesslich erinnert er an einen freundlichen Roboter aus einem Disney-Film. Bildquelle: SRF.
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Bild 7 von 12. Und auch dieses Modell sieht wohl nicht zufällig aus wie ein Zwilling von Wall-E aus dem gleichnamigen Film. Bildquelle: SRF.
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Bild 8 von 12. In Davos sieht man auch Roboter, die Fussball spielen (wenn auch nicht so erfolgreich wie die Schweizer Nati bei der diesjährigen WM). Bildquelle: SRF.
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Bild 9 von 12. In Davos finden sich auch Roboter, die kleine Tänzchen aufführen. Bildquelle: SRF.
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Bild 10 von 12. Schlagzeuger, die «Laro, the Robot Drummer» gesehen haben, wissen, dass sie in nächster Zukunft nicht um ihren Job fürchten müssen. Bildquelle: SRF.
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Bild 11 von 12. Und auch der Einkaufsroboter Lutek kann keinen Menschen ersetzen: Er sammelt zwar ganz alleine Produkte ein – allerdings im Schneckentempo. Bildquelle: SRF.
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Bild 12 von 12. Während andere Modelle alleine nichts können: Sie werden ferngesteuert und sind auf die Hilfe eines Menschen angewiesen. Bildquelle: SRF.
Doch wer hofft, bald einen Roboter in den Supermarkt zu schicken, statt selbst den Einkaufskorb zu füllen, wird enttäuscht. Sogar die Organisatoren und Fachleute am Tech Summit betonen: Auch in 20 Jahren wird es noch keinen Roboter geben, der uns fast alle lästigen Aufgaben abnimmt.
Robotern fehlt der gesunde Menschenverstand
Das liegt weniger an mechanischen Herausforderungen als an dem, was in den Maschinen vorgeht: Robotern fehlt das, was schon kleine Kinder lernen – ein inneres Modell unserer Welt, ein Verständnis physikalischer Grundsätze. Etwa, dass ein Glas herunterfällt und in tausend Stücke zerspringt, wenn man es über die Tischkante schiebt.
Solches Wissen muss einem Roboter bis jetzt einprogrammiert oder Handgriff für Handgriff beigebracht werden. Das ist ebenso aufwendig wie teuer. Und immer besteht die Gefahr, dass dabei etwas Schaden nimmt – im schlimmsten Fall mehr als bloss ein Glas, das vom Tisch fällt.
Ein Gespür für Ursache und Wirkung
Doch mithilfe von künstlicher Intelligenz könnten die Maschinen bald ein echtes Verständnis unserer Welt erlangen. Das Stichwort heisst: Weltmodelle. «Mit so einem Modell kann der Roboter Konsequenzen von Handlungen vorhersehen», erklärt Thilo Stadelmann, der an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zu Robotik forscht.
Auf diese Art gewinnt der Roboter ein kausales Verständnis der Welt, ein Verständnis von Ursache und Wirkung. Und kann im Kopf viele verschiedene Handlungsmöglichkeiten durchspielen, bevor er die beste davon tatsächlich ausführt.
Dieses Verständnis der Welt macht es dem Roboter auch möglich, seine Handlungen zu verallgemeinern. Er kann sie von einer Situation auf eine andere übertragen, ohne dafür jedes Mal neu programmiert oder angeleitet werden zu müssen.
Was Chat GPT nicht kann
Weltmodelle und Roboter beflügeln sich dabei gegenseitig: Denn die Daten, die ein Roboter in der echten Welt sammelt, können die künstliche Intelligenz hinter den Weltmodellen verbessern. Nur durch einen realen Körper – den des Roboters eben – kann die KI lernen, wie sich die echte Physik anfühlt.
Ein sogenanntes grosses Sprachmodell wie etwa Chat GPT weiss das nicht: Es hat nur aus einer riesigen Menge von Texten die statistische Wahrscheinlichkeit bestimmter Ereignisse gelernt. Dass der Satz «Und als das Glas vom Tisch fiel» wahrscheinlich mit «ging das Glas kaputt» endet. Das ist zwar hochkomplexe Statistik – aber kein tatsächliches Verständnis von Ursache und Wirkung.
Teuer – und noch längst nicht am Ziel
Allerdings: Weltmodelle sind noch nicht so weit, einen Roboter wirklich auf alles vorzubereiten, was in der echten Welt passieren kann. Das weiss Amanda Prorok, die an der Universität von Cambridge zu Robotik forscht: «Das Ziel ist, Weltmodelle zu entwickeln, die sehr allgemein gehalten sind und alles vorhersehen können, was in unserer dynamischen und komplexen Welt tatsächlich geschieht. Das ist aber sehr kostspielig, sowohl was Training als auch Rechenaufwand angeht.»
Die Roboter stehen heute also da, wo wir alle einmal angefangen haben: Vor einer komplizierten Welt, deren Gesetzmässigkeiten sie erst verstehen müssen. Schritt für Schritt und Griff für Griff.