Lernen in nicht klimatisierten Schulzimmern, Arbeiten in aufgeheizten Büros oder körperliche Arbeit in der Sonne: Für viele ist die aktuelle Hitzewelle eine Belastungsprobe.
Eine Belastungsprobe, die laut der «dialog»-Community keine sein müsste: 67 Prozent der Userinnen und User sprechen sich in einer nicht-repräsentativen Umfrage dafür aus, dass Unternehmen und Schulen in solchen Situationen frei geben sollten.
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«Die intensiven Hitzewellen dürfen nicht als blosse sommerliche Unannehmlichkeiten behandelt werden», sagt beispielsweise der User mit dem Pseudonym «Sentinelle Civique». «Die Schul- und Arbeitsrhythmen ohne Anpassungen aufrechtzuerhalten, bedeutet, die tatsächliche Verletzlichkeit der exponierten Körper zu verkennen, insbesondere jene von Kindern, älteren Menschen oder im Freien tätigen Arbeitnehmern.»
User «Hartnäckiger Denker» merke selbst, dass die Hitze ihm zusetzt: «Ich bin ein Bürogummi und habe es bei 30 Grad Innentemperatur kaum mehr geschafft, etwas Produktives zu leisten. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie schlimm es für Bauarbeiter oder Bauern sein muss...»
Hitzefrei ist nicht wirtschaftsschädlich, sondern schlicht vorausschauend.
Aus diesem Grund verstehe «Jonas Büchi» nicht, wieso hitzefreie Tage bei vielen als schlecht für die Wirtschaft gesehen werden: «Bei extremer Hitze sinken Konzentration, Leistungsfähigkeit und Sicherheit deutlich, während Fehler, Unfälle und gesundheitliche Probleme zunehmen», schreibt er. «Wer Menschen rechtzeitig entlastet, verhindert Ausfälle und langfristige Kosten. Hitzefrei ist nicht wirtschaftsschädlich, sondern schlicht vorausschauend.»
Bei Kindern nütze es ebenso nichts, sie bei über 35 Grad in Klassenzimmer zu schicken, ergänzt «Fredrik Schulz»: «Sie lernen da sowieso nichts und es ist fast schon gefährlich, es kann schnell zu Kreislaufproblemen führen.»
Dass man es in der Schweiz jahrelang verpasst habe, frühzeitig auch bei hohen Aussentemperaturen zumutbare Lern-, Wohn- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, kritisieren fast alle Userinnen und User scharf. «Seit über 25 Jahren wissen wir, dass sich das Klima erwärmt, seit über 25 Jahren tun wir nichts», schreibt Userin «Débattrice Apaisée». «Wir als Gesellschaft wollten präventiv nichts unternehmen, haben entsprechend gewählt und stehen jetzt vor der Herausforderung, mit den Folgen umzugehen», ergänzt Userin «guck hin!».
Beim Drittel der Community, das Hitzefrei ablehnt, vertreten entsprechend nur wenige die Meinung, man müsse sich schlicht an die hohen Temperaturen gewöhnen.
Hitzefrei zu fordern, ist eine reine Kapitulationserklärung vor dem Thermometer.
Die meisten argumentieren vielmehr, dass Schulen und Arbeitsplätze nun so schnell mit Kühlsystemen ausgestattet werden müssten. Und hitzefreie Tage seien lediglich eine kurzfristige Lösung, die Investitionen in eine hitzeresistente Infrastruktur sogar hinauszögern könnten.
«Hitzefrei für die gesamte Wirtschaft und Bildungseinrichtungen zu fordern, ist eine reine Kapitulationserklärung vor dem Thermometer», schreibt beispielsweise «Hanspeter Peterhans». «Es wird Zeit für intelligente Kühlkonzepte, effektive Beschattung und zeitgemässe Isolation. Wer einfach hitzefrei fordert, wählt den intellektuell bequemsten Weg, anstatt die Arbeits- und Lernorte endlich hitzegerecht und klimaresilient umzubauen.»