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Allein in letzter Woche WHO meldet über 1300 Hitzetote in Europa

Vor allem für ältere und vulnerable Menschen kann Hitze gefährlich werden. Die WHO legt alarmierende Zahlen vor.

Ob mit Schirm, Klimaanlage oder sich zuhause verbarrikadieren: Es brauchte Strategien, um die enorme Hitzewelle der letzten Tage zu bewältigen. Vor allem für ältere und vulnerable Menschen kann Hitze gefährlich werden. Wie sehr, das zeigen die Zahlen, welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute vermeldet.

WHO: Hitze trifft Europa besonders hart

Die Hitzewelle mit Rekordtemperaturen in Europa ist nach Einschätzung des Chefs der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitverantwortlich für Hunderte Todesfälle. «Seit dem 21. Juni wurden in Europa mehr als 1300 zusätzliche Todesfälle verzeichnet, die im Zusammenhang mit den hohen Temperaturen stehen», schrieb Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X:

Laut Tedros leiden derzeit 150 Millionen Menschen unter extremer Hitze, Schulen seien geschlossen, die Stromnetze würden zusammenbrechen. Europäische Wohnungen, Arbeitsplätze und Schulen seien für solche Temperaturen nicht ausgelegt, schrieb Tedros.

Person mit schwarzem Regenschirm vor einem Riesenrad.
Legende: Vergangene Woche hatte die WHO bereits gewarnt, weltweit würden jährlich rund eine halbe Million Menschen an Hitzefolgen sterben. Bild: Passantin in Paris, wo es letzte Woche über 40 Grad heiss wurde. Keystone/AP/Aurelien Morissard

Besonders betroffen ist Frankreich. Rund 1000 Todesfälle mehr als üblich meldet Frankreich seit dem letzten Mittwoch. Die Zahlen seien laut der nationalen Gesundheitsbehörden vorläufig und nicht abschliessend ausgewertet. Die Zahl dürfte noch steigen.

Die Leichenhallen in der französischen Hauptstadt sind voll, die Bestatter am Anschlag. «Seit letzter Woche erhalten wir mehr und mehr Anfragen. Und seit diesem Wochenende ist unsere Aufbahrungshalle voll», sagt Zouhaeir Hertelli, der in Paris ein Bestattungsunternehmen führt. Der Grund sei die Hitzewelle. «Wir haben den Behörden vorgeschlagen, Kühlcontainer vor unserer Leichenhalle aufzustellen. Wir warten auf die Bewilligung.»

Naturgefahr mit den meisten Opfern

Mehr als 1300 Hitzetote in Europa gemäss WHO-Zahlen. Hitzerekorde etwa in Deutschland, in Tschechien und auch in der Schweiz. All das wird auch beim Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) genau beobachtet.

Die meisten Menschen sterben nicht an einem Hitzschlag und nicht sichtbar.
Autor: Martina Ragettli Epidemiologin beim Swiss TPH

Martina Ragettli erforscht dort seit Jahren die Auswirkungen der Hitze auf den menschlichen Körper. Die Hitze werde auch als «stiller Killer» bezeichnet, sagt die Forscherin: «Die meisten Menschen sterben nicht an einem Hitzschlag und nicht sichtbar», führt Ragettli aus. «Oft verschlimmert die Temperatur bestehende Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen und es kommt zu einem frühzeitigen Todesfall.»

Massnahmen auch in der Schweiz unabdingbar

Wie die Situation bezüglich Hitzetoten in der Schweiz aussieht, ist noch unklar. Das Bundesamt für Statistik teilt auf Anfrage mit, dass man in rund zehn Tagen eine verlässliche Datengrundlage habe, um auf eine mögliche Übersterblichkeit in der letzten Woche zu schliessen.

Laut Ragettli gilt aber nicht erst seit dieser Rekord-Hitzewelle für die Schweiz: «Hitze ist die Naturgefahr, die am meisten Todesopfer fordert. Also viel mehr als eine Lawine, Murgänge oder Überschwemmungen.» Und auch darum seien gerade im Hinblick auf die Zukunft umfassende Hitzeschutzmassnahmen unabdingbar.

Hitzewarnung in der Schweiz aufgehoben

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Der Bund hat die Hitzewarnung für die Alpennordseite und das Wallis aufgehoben. Aus Westen strömt nun kühlere und feuchtere Luft in die Schweiz. Weiterhin gilt sie fürs Tessin und das untere Misox in Südgraubünden.

In den letzten zwei Wochen verzeichneten mehrere Schweizer Messstationen erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen 13 Hitzetage in Folge mit Temperaturen von mindestens 30 Grad.

Tagesschau, 29.06.2026, 18 Uhr ; 

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