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Erzkonservative Glaubensgruppe Warum sich Rechtsaussen bei den Piusbrüdern wohlfühlt

Die Piusbruderschaft hat im Wallis eine Bischofsweihe durchgeführt. Mit dabei: Anhänger der extremen Rechten.

Das ist passiert: Die erzkonservative katholische Glaubensgruppe der Piusbrüder hat am Mittwoch im Wallis eine Bischofsweihe durchgeführt – gegen den Willen des Papstes. Die beteiligten Priester wurden daraufhin vom Vatikan exkommuniziert, also aus der Kirche ausgeschlossen. Damit verlieren die sechs Geistlichen all ihre kirchlichen Ämter und Würden. Zugleich warnte der Vatikan die restlichen Mitglieder – Geistliche und Laien – der Gemeinschaft davor, sich den abtrünnigen Bischöfen anzuschliessen. Auch ihnen könnten härteste kirchliche Sanktionen drohen.

Daran glauben die Piusbrüder

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Während sich die Römisch-Katholische Kirche in den 1960er-Jahren einer Reform unterzogen und die Lehre «näher zur Gesellschaft» gebracht hat – etwa durch eine Abkehr von der ausschliesslichen lateinischen Messe, eine grössere Betonung der Religionsfreiheit und einen Dialog mit anderen Religionen –, lehnt die Piusbruderschaft dies bis heute ab, erklärt Theologe und SRF-Religionsexperte Norbert Bischofberger. Die Bruderschaft bezeichnete dies als «Verwässerung des herkömmlichen Glaubens».

Die Glaubensgemeinschaft zählt über eine halbe Million Anhängerinnen und Anhänger, etwa 730 Priester und zwei von Rom akzeptierte Bischöfe.

Nicht der erste Fall: Bereits 1988 hatte Piusbruderschaft-Gründer Marcel Lefebvre gegen den Willen von Papst Johannes Paul II. vier Bischöfe geweiht. Er und die neu geweihten Bischöfe wurden daraufhin exkommuniziert. Papst Benedikt XVI. hob die schwere Kirchenstrafe 2009 aber als Zeichen der Versöhnung wieder auf. Diese Entscheidung löste weltweit Kritik aus, auch weil unter den damals geweihten vier Bischöfen auch der britische Holocaust-Leugner Richard Williamson war.

Demokratiefeindliche Prinzipien: Laut dem deutschen Theologen Georg Essen geht es aber nicht nur um einen innerkirchlichen, sondern auch um einen politischen Streit. So sei die Piusbruderschaft grundsätzlich gegen die Öffnung der Kirche hin zu Demokratie, säkularem Staat und Religionsfreiheit. Auch lehnen sie die Achtung der Menschenrechte ab, das haben sie vor drei Monaten in einem Brief an den Papst verdeutlicht. Laut Massimo Introvigne, dem Direktor des Zentrums für Studien zu Neuen Religionen in Turin, könnten einige Aspekte des Glaubens für bestimmte Kreise der politischen Rechten attraktiv sein, insbesondere wenn sie sich in einer starken Kritik am Islam und an Staaten niederschlagen, die die öffentliche Präsenz von Moscheen oder islamischen Demonstrationen zulassen.

Grosse Menschenmenge versammelt sich im Freien vor einer Bühne.
Legende: An der mehrstündigen Messe am Mittwoch im Wallis nahmen mehrere hundert Menschen Teil: viele geweihte Priester, Ordensschwestern und Gläubige jeden Alters. Keystone/Cyril Zingaro

Nähe zur extremen Rechten: Unter anderem RSI berichtet, die rechtsextreme italienische Partei Forza Nuova wolle am Mittwoch bei der Bischofsweihe vor Ort teilnehmen. In einer Erklärung bekannte sie sich «an der Seite derer, die die Fahne der Tradition niemals gesenkt haben». Es gibt aber auch noch bekanntere Verbindungen in die Politik: Der deutsche AFD-Politiker Maximilian Krah war für sie jahrelang als Rechtsanwalt im Einsatz und hat Vermögenswerte in Millionenhöhe verwaltet. Krah äusserte sich wiederholt kritisch gegenüber dem als zu liberal wahrgenommenen Kurs der katholischen Kirche, insbesondere unter Papst Franziskus (und bezeichnete ihn als «Katastrophe»). Die französische Politikerin Marine Le Pen vom Rassemblement National hat ihre Kinder in einer Gemeinde der Piusbrüder taufen lassen – und ihr Vater, Jean-Marie Le Pen, wurde vom Gründer der Piusbruderschaft, Marcel Lefebvre, unterstützt.

Ungehorsam toleriert der Papst nicht: Nach 1988, als die ersten vier Bischöfe vom damaligen Papst exkommuniziert wurden, gibt es nun einen erneuten Bruch mit Rom. Für Papst Leo XIV. sei dies ein Problem, sagt Religionsexperte Norbert Bischofberger: Er ist angetreten als Brückenbauer und suchte das Gespräch mit den Piusbrüdern. Aber: «Wo der Gehorsam gegenüber dem Papst und den Bischöfen aufhört, da hört auch der Spass auf.» Dem Papst sei keine andere Wahl geblieben, als die Piusbrüder auszuschliessen.

SRF 4 News, 2.7.2026, 10 Uhr ; 

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