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Balogun, Wembley, Hand Gottes Die grössten Kontroversen der WM-Geschichte

Die Balogun-Begnadigung reiht sich ein in viele aufsehenerregende Kontroversen bei WM-Turnieren. Eine Auswahl.

Balogun-Begnadigung 2026: Die Fifa entscheidet, dass der US-Stürmer Folarin Balogun trotz seiner Roten Karte im Achtelfinal gegen Belgien spielen darf. Angeblich hatte Trump zuvor Fifa-Chef Infantino angerufen, um Balogun zu begnadigen. Der internationale Aufschrei ist gross. Zuvor war schon Ronaldo nach einer Roten Karte in der Qualifikation begnadigt worden, damit er an der WM ohne Sperren teilnehmen kann.

Zwei Fussballspieler im Kampf um den Ball auf einem Spielfeld.
Legende: Folarin Balogun (rechts) sieht wegen dieses Fouls regeltechnisch korrekt die Rote Karte. AP Photo/Jeff Chiu

Schulter-Biss 2014: Uruguays Starspieler Luis Suárez beisst Italiens Giorgio Chiellini in die Schulter. Obwohl der Schiedsrichter nichts sieht, sperrt die Fifa den Stürmer nachträglich für mehrere Monate.

Phantomtor 2010: Ein Schuss des Engländers Frank Lampard im Achtelfinale gegen Deutschland springt von der Latte deutlich hinter die Torlinie – zählt aber nicht. Der Vorfall beschleunigt die Einführung der Torlinientechnik.

Byron Moreno 2002: Der ecuadorianische Schiedsrichter Byron Moreno pfeift das Achtelfinale zwischen Italien und Südkorea. Seine Leitung in diesem Spiel gilt als einer der grössten Skandale der Fussballgeschichte. Er aberkennt Italien einen regulären Treffer und stellt Francesco Totti wegen einer angeblichen Schwalbe vom Platz. Italien scheidet aus.

Spuckattacke 1990: Frank Rijkaard spuckt Rudi Völler im Achtelfinale Niederlande gegen Deutschland in die Haare. Völler beschwert sich beim Schiedsrichter und wird kurz darauf völlig unberechtigt des Feldes verwiesen. Auch Rijkaard sieht Rot. Völler wird am Ende Weltmeister.

«Hand Gottes» 1986: Bei der Weltmeisterschaft 1986 erzielt der Argentinier Diego Armando Maradona im Viertelfinale gegen England ein irreguläres Tor mit der Hand. Der Schiedsrichter übersieht das Hands – der VAR ist noch nicht erfunden. Argentinien schlägt England dank Maradonas Hand 2:1. Nach dem Spiel sagt Maradona, es sei «ein bisschen Maradonas Kopf und ein bisschen die Hand Gottes» gewesen. Argentinien und Maradona werden am Ende Weltmeister.

«Schande von Gijón» 1982: Der «Nichtangriffspakt von Gijón» bezeichnet das Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Österreich. Nach einem frühen 1:0 für Deutschland stellen beide Teams weitgehend das Fussballspielen ein, da dieses Ergebnis beiden Teams zum Weiterkommen reicht.

«Wembley-Tor» 1966: Es ist das umstrittenste Tor der Fussballgeschichte. In der Verlängerung im WM-Final zwischen England und Deutschland prallt beim Stand von 2:2 der Schuss des Engländers Geoff Hurst an die Unterkante der Latte, springt auf die Torlinie und wieder zurück ins Feld. Der Schiedsrichter gibt das Tor, obwohl der Ball die Linie wohl nicht ganz überquert hatte. England wird Weltmeister.

Garrincha-Begnadigung 1962: Der Fall des brasilianischen Starspielers Garrincha erinnert an die aktuellen Balogun-Vorfälle. Obwohl Garrincha im Halbfinal von Brasilien gegen Chile Rot sieht – darf er im Endspiel trotzdem spielen. Der Präsident des Austragungslands Chile setzt sich für seine Begnadigung ein. Garrincha, der Spieler mit einem O- und einem X-Bein, wird mit Brasilien Weltmeister.

Spieler und Offizielle in einer Auseinandersetzung auf einem Fussballfeld.
Legende: Schlägerei auf dem Spielfeld: Das Spiel zwischen Brasilien und Ungarn in Bern 1954 eskaliert. Keystone/STR

«Schlacht von Bern» 1954: Es gilt als eines der härtesten WM-Spiele der Geschichte. Beim Viertelfinalspiel zwischen Brasilien und Ungarn (2:4) gibt es brutale Fouls und Schläge im Minutentakt. Der Schiedsrichter pfeift 42 Freistösse und zwei Elfmeter. Drei Spieler werden des Feldes verwiesen. Auch nach Spielschluss kommt es zu Schlägereien in den Kabinen des Wankdorf-Stadions.

Schweizer Skandal-Schiri 1934

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Der Schweizer Schiedsrichter René Mercet pfeift das WM-Viertelfinal-Wiederholungsspiel zwischen Gastgeber Italien und Spanien. Spanien beendet die Partie nur zu acht, weil drei verletzte Spieler nicht weiterspielen können. Der Tessiner Schiedsrichter verweigert den Spaniern zwei Penaltys und zwei reguläre Tore. Die Härte Italiens bleibt weitgehend ungeahndet. Italien gewinnt unter den Augen von Diktator Mussolini 1:0. Nach diesen krassen Fehlentscheiden pfeift Mercet nie mehr ein Fussballspiel.

SRF 4 News, 6.7.2026, 00:00 Uhr ; 

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