- Blockierte Fluchtwege, fehlender Brandschutz und möglicherweise unerlaubte Umbauten: Ermittler stellen zahlreiche mögliche Sicherheitsmängel fest.
- Die Angaben zu der Anzahl Todesopfer differieren, die «Bangkok Post» berichtete zuletzt von 32 Opfern, andere thailändische Medien berichten von 30 Toten, unter Berufung auf Angaben der Behörden.
- Mehr als 70 Menschen wurden verletzt, 20 davon schwer.
Nach Angaben des thailändischen Innenministeriums war ein Fluchtweg an der Rückseite des Lokals durch einen Süsswarenstand blockiert. Ein weiterer Notausgang war zudem mit einem Schild «Nicht öffnen (nur für Personal)» gekennzeichnet, was flüchtende Gäste offenbar zusätzlich verwirrte.
Bar-Brand in Bangkok
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Bild 1 von 5. Das Bierlokal in Bangkok brannte vollständig aus. Bildquelle: REUTERS/Chalinee Thirasupa.
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Bild 2 von 5. Der Bereich um die Bar wurde abgesperrt. Bildquelle: REUTERS/Chalinee Thirasupa.
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Bild 3 von 5. Am Montagmorgen besuchten einige buddhistische Mönche den Ort des Geschehens, um für die Opfer zu beten. Bildquelle: REUTERS/Arnun Chonmahatrakool.
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Bild 4 von 5. Vor der Bar liegen mehrere verkohlte Objekte. Bildquelle: REUTERS/Chalinee Thirasupa.
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Bild 5 von 5. Die Polizei untersucht nun die Brandursache. Bildquelle: REUTERS/Arnun Chonmahatrakool .
Das Feuer war am späten Sonntagabend plötzlich ausgebrochen, als eine Live-Band in dem Pub Rong Beer Na Ladprao spielte. Zahlreiche Gäste flüchteten daraufhin fatalerweise in den hinteren Teil des Gebäudes, in die Nähe der Toiletten, fanden dort aber kein Entkommen. Das Lokal liegt im Stadtteil Chatuchak, den auch viele Thailand-Touristen wegen des bekannten Wochenendmarktes besuchen.
Kurzschluss als Brandursache?
Nach ersten Erkenntnissen könnte das Feuer durch einen Kurzschluss an einer Klimaanlage über der Decke ausgelöst worden sein. Bestätigt ist die Brandursache jedoch noch nicht. Die Flammen breiteten sich nach Behördenangaben rasch aus, weil im Gebäude und bei der Inneneinrichtung keine feuerhemmenden Materialien verwendet worden seien. Nach Angaben der Polizei verfügte das Lokal zwar über zwei Eingänge an der Vorderseite und zwei Ausgänge im hinteren Bereich.
Einer der Ausgänge sei jedoch durch einen Verkaufsstand versperrt gewesen. Ein weiterer habe keinen Türgriff gehabt und sei zusätzlich durch Regale blockiert worden, so dass nur ein schmaler Durchgang geblieben sei, zitierte die «Bangkok Post» Polizeichef Kittharath Punpetch. Die Ermittler vermuten, dass dichter Rauch und der Stromausfall den Menschen die Orientierung nahmen.
Ausgänge vorsätzlich verschlossen?
Die Polizei untersucht zudem Berichte, wonach Mitarbeiter Ausgänge verschlossen haben sollen, um zu verhindern, dass Gäste das Lokal verlassen, ohne ihre Rechnung zu bezahlen. Dafür gibt es bislang jedoch keine Bestätigung. Die Behörden prüfen ausserdem, ob das Lokal überhaupt rechtmässig als Vergnügungsstätte betrieben wurde.
Nach ersten Erkenntnissen lag lediglich eine Genehmigung als Restaurant mit Live-Musik vor. Zudem untersuchen die Ermittler, ob unerlaubte Umbauten vorgenommen wurden und ob Versäumnisse bei Genehmigungen oder Kontrollen zu der Katastrophe beigetragen haben.