Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Explosion in Monaco Drei Verletzte nach mutmasslichem Anschlag in Monaco

  • Eine Explosion hat am Montagabend ein Wohngebäude in Monaco erschüttert, nahe der Grenze zu Frankreich.
  • Drei Personen ukrainischer Staatsangehörigkeit wurden verletzt, zwei davon schwer.
  • Behörden gehen von einer vorsätzlichen Tat aus und halten einen Anschlag für wahrscheinlich.

Die Explosion ereignete sich gegen 21 Uhr in einem Wohngebäude zwischen dem Boulevard d’Italie und der Rue du Révérend Père Louis Frolla nahe der Grenze zu Frankreich. Nach Angaben der Behörden wurde der Sprengsatz vermutlich durch eine Person deponiert, die zuvor von Überwachungskameras mit einem Rucksack beim Eingang des Gebäudes gesehen wurde. Kurz danach detonierte der Sprengsatz, als Personen das Gebäude betraten. Ob diese das Ziel waren, ist unklar.

Der Sprengsatz enthielt nach ersten Einschätzungen vermutlich Schrauben und Splitter. Der mutmassliche Täter flüchtete zu Fuss in Richtung der nahegelegenen französischen Stadt Beausoleil.

Drei Verletzte aus ukrainischer Familie

Nach Informationen der Zeitung «Le Figaro» stammen alle drei Verletzten aus derselben ukrainischen Familie. Bei den Schwerverletzten handelt es sich um die Eltern im Alter zwischen 50 und 60 Jahren. Einer von ihnen soll ein Kiewer Unternehmer und Oligarch sein. Ihr Zustand sei äusserst kritisch, die Prognose ungewiss. Der 13-jährige Sohn wurde weniger schwer verletzt.

Der Oligarch gilt laut einer Ermittlerquelle seit Beginn des Kriegs in der Ukraine als sogenannter «VIP-Flüchtling» in Monaco. Zum Zeitpunkt der Explosion befand sich die Familie gemeinsam in ihrer Wohnanlage.

Grosseinsatz der Sicherheitskräfte

Die Behörden sprechen von einem vorsätzlichen Angriff. Der monegassische Staatsminister Christophe Mirmand wollte zunächst im französischen Sender BFMTV nicht bestätigen, dass es sich um einen Anschlag handle. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte er später, es sei «sehr wahrscheinlich, dass es sich um einen Anschlag handelt». Er betonte zudem, dass es sich um einen Vorfall handle, wie er sich in der Geschichte des Fürstentums bislang nicht ereignet habe.

Hafen mit mehreren Yachten, umgeben von Gebäuden und Hügeln im Hintergrund.
Legende: Rettungsdienste, Polizei und Sicherheitskräfte wurden sofort mobilisiert. KEYSTONE/AP Photo/Bruno Bebert (Archiv)

Laut einer Polizeiquelle wurde der sogenannte «rote Plan» aktiviert, der eine schrittweise Aufstockung der Einsatzkräfte bei schweren Vorfällen vorsieht. Auch französische Rettungskräfte sind laut Berichten im Einsatz, zudem läuft eine enge polizeiliche Zusammenarbeit zur Fahndung nach dem Täter.

SRF 4 Nachrichten, 30. Juni 2026, 0 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel