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Explosion in Monaco Paketbombe: Ukrainischer Oligarch mit Familie schwer verletzt

  • Eine Explosion hat am Montagabend ein Wohngebäude in Monaco erschüttert.
  • Drei Personen ukrainischer Staatsangehörigkeit wurden verletzt, zwei davon schwer.
  • Weitere Personen erlitten Berichten zufolge Schnittverletzungen und Schocks.
  • Behörden gehen von einer vorsätzlichen Tat aus, die Staatsanwaltschaft geht zunächst jedoch nicht von einem Terroranschlag aus.

Es gebe zurzeit keine Hinweise für eine Einstufung als Terroranschlag, sagte der monegassische Staatsanwalt Stéphane Thibault. Ermittelt werde wegen versuchter Tötung und einer Sprengstoffstraftat.

Die Explosion ereignete sich gegen 21 Uhr in einem Wohngebäude zwischen dem Boulevard d’Italie und der Rue du Révérend Père Louis Frolla nahe der Grenze zu Frankreich. Nach Angaben der Behörden wurde der Sprengsatz vermutlich durch eine Person deponiert, die zuvor von Überwachungskameras mit einem Rucksack beim Eingang des Gebäudes gesehen wurde. Kurz danach detonierte der Sprengsatz, als Personen das Gebäude betraten. Ob diese das Ziel waren, ist unklar.

Polizeibeamte auf einer Strasse bei Nacht.
Legende: Der Vorfall in Monaco rief etwa 50 Feuerwehrleute und mehr als 80 Beamte vor Ort. Auch Rettungskräfte aus Frankreich trafen laut den Behörden als Verstärkung ein. REUTERS / Manon Cruz

Der Sprengsatz enthielt nach ersten Einschätzungen vermutlich Schrauben und Splitter. Der mutmassliche Täter begab sich zunächst zu Fuss in Richtung der nahegelegenen französischen Stadt Beausoleil und befindet sich nach wie vor auf der Flucht. Die Polizei versuche, seinen Weg nachzuzeichnen und ihn zu identifizieren.

Drei Verletzte aus ukrainischer Familie

Zur Identität der Opfer machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Nach Medienberichten in Monaco, Frankreich und der Ukraine soll es sich um den ukrainischen Oligarchen Wadym Jermolajew, seine Ehefrau und einen Sohn des Paares handeln.

Polizeiauto und Polizeibeamte an einer abgesperrten Strasse.
Legende: Nach Angaben der Behörden wurde ein Sprengsatz deponiert. REUTERS / Alexandre Dimou

Die Verletzten seien noch nicht verhört worden, sagte der Staatsanwalt. Die Frau schwebe weiterhin in Lebensgefahr, der Mann nicht mehr und auch das Kind nicht. Alle drei kamen in eine Klinik ins südfranzösische Nizza. Der Staatsanwalt sagte, dass der Mann seit spätestens 2021 in Monaco lebt und das gegen ihn im Fürstentum keine Ermittlungen anhängig sind und dass er auch nicht von ausländischen Behörden gesucht wird.

Grosseinsatz der Sicherheitskräfte

Die Behörden sprechen von einem vorsätzlichen Angriff. Staatsminister Mirmand wollte zunächst gegenüber BFMTV nicht bestätigen, dass es sich um einen Anschlag handle. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte er später, es sei «sehr wahrscheinlich, dass es sich um einen Anschlag handelt». Der Regierungschef betonte zudem, dass es sich um einen Vorfall handle, wie er sich in der Geschichte des Fürstentums noch nie ereignet habe.

Wir vertrauen darauf, dass sie die Umstände dieser Tragödie so schnell wie möglich aufklären.
Autor: Fürst Albert II. von Monaco

Fürst Albert II. von Monaco schrieb in einer Mitteilung in der Nacht, dass die «kriminelle Explosion» einen «einen Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft» darstelle. Alle zuständigen staatlichen Dienste seien derzeit mobilisiert, in enger Zusammenarbeit mit den französischen Behörden. «Wir vertrauen darauf, dass sie die Umstände dieser Tragödie so schnell wie möglich aufklären, die Verantwortlichen identifizieren und auf allen Ebenen die notwendigen Antworten liefern werden», hiess es.

SRF 4 Nachrichten, 30. Juni 2026, 00:00 Uhr ; 

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