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KI-Konferenz in Schanghai Xi Jinping macht künstliche Intelligenz zur Staatsmission

China will bis 2030 KI-Weltmacht werden und die USA überholen. Peking setzt auf Anreize und staatliche Förderung.

In Schanghai findet derzeit die «Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz» statt. Chinas Präsident Xi Jinping reiste dafür erstmals persönlich an. Damit zeigt er, welchen Stellenwert das Thema mittlerweile für Partei und Regierung hat. «KI ist der neue Motor des weltweiten Wirtschaftswachstums», erklärte Xi in einer Rede.

Der Staat gibt die Richtung vor

Anders als in den USA, wo private Unternehmen wie OpenAI oder Google die Entwicklung prägen, gibt in China der Staat die Richtung vor. «Der Staat reguliert nicht nur, sondern setzt aktiv Anreizsysteme», sagt Antonia Hmaidi vom Berliner Mercator-Institut für China-Studien. Ziel sei nicht einfach, möglichst viel KI zu entwickeln, sondern die «richtige künstliche Intelligenz». Ein Beispiel dafür sei die Gesichtserkennung: «China ist in diesem Bereich so gut, weil das eine Anwendung war, die der Staat unbedingt haben wollte.»

Eine Person auf einem Laptop-Bildschirm mit Mikrofon daneben.
Legende: Antonia Hmaidi vom Mercator-Institut für China-Studien glaubt. es wird dereinst zwei KI-Ökosysteme geben – eines unter chinesischer und eines unter amerikanischer Führung. SRF/Claudia Stahel

Peking setzt dafür auf eine Reihe an Massnahmen wie nationale Strategien, Förderprogramme, Subventionen und günstige Kredite. Die Entwicklung von KI wird an allen Fronten vorangetrieben. Von den Provinzregierungen über die Städte hin zu den Firmen – alle machen mit.

KI möglichst schnell in den Alltag bringen

Die Strategie zeigt Wirkung. KI-Apps gehören für viele Menschen in China bereits zum Alltag. Gleichzeitig kommen immer mehr autonome Anwendungen auf den Markt. So testet etwa die chinesische KI-Firma Sensetime in Schanghai Mini-Supermärkte, in denen Roboter die Kundschaft bedienen. Aktuell gibt es sieben solche Roboterläden – bis Ende des Jahres sollen es hundert sein.

Auch das sei typisch für Chinas KI-Strategie, sagt Hmaidi. «Anwendungen werden sehr schnell ausgerollt und im Alltag eingesetzt.» Viele Anwendungen seien zwar noch nicht profitabel, lieferten aber wertvolle Trainingsdaten. «So können sich diese Roboter schnell weiterentwickeln.»

Wettlauf mit den USA

Die USA liegen noch vorn. Doch China holt auf und will zunehmend bei den internationalen KI-Standards mitreden. An der KI-Konferenz kündigte Präsident Xi Jinping deshalb eine neue Allianz an: «Die Entwicklung von KI sollte keine Solo-Leistung eines einzelnen Landes sein, sondern eine Symphonie internationaler Zusammenarbeit.» Damit deutet Xi an: Die Allianz ist auch ein Versuch, die Dominanz der USA zu brechen.

Dem neuen Bündnis gehören 29 Länder an, vor allem aus dem globalen Süden. Die USA und die EU fehlen. China setzt somit auf Staaten, mit denen es bereits eng zusammenarbeitet. Es ist keine weltumspannende Allianz, aber die teilnehmenden Länder dürften technologisch enger zusammenrücken.

Die Partei wird sich nicht scheuen, diese KI-Entwicklung zu nutzen, um ihre Ziele international durchzusetzen.
Autor: Antonia Hmaidi Expertin für Geopolitik von Technologie

Zudem dürften die USA ihre führende Rolle kaum kampflos aufgeben, sagt Hmaidi. Sie glaubt, dass sich die Welt in zwei KI-Blöcke aufteilen wird. «Der Rest der Welt muss sich dann entscheiden: Bin ich Teil des chinesischen oder Teil des amerikanischen Systems?»

Denn je mehr Länder chinesische KI nutzen, desto grösser wird Chinas technologischer Einfluss. «Die Partei wird sich nicht scheuen, diese KI-Entwicklung zu nutzen, um ihre Ziele international durchzusetzen», so die Expertin.

10vor10, 17.7.2026, 21:50 Uhr

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