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Nach Champions-League-Sieg Macron über Krawalle: «Das muss ein Ende haben»

  • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die gewaltsamen Auseinandersetzungen rund um den Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain scharf verurteilt.
  • «Ich will mich nicht daran gewöhnen», sagte Macron bei der Ehrung des Teams im Élysée-Palast. Dabei kündigte er ein hartes Vorgehen als Reaktion an.
  • Bei den Ausschreitungen wurden mehr als 200 Personen verletzt, darunter 57 Polizisten.

«Das ist kein Fussball, das ist kein Sport, das ist nicht, was wir lieben. Wir werden gegenüber denjenigen, die erwischt wurden, kompromisslos sein», sagte Macron der Nachrichtenagentur AP zufolge. «Wir wollen nicht, dass sich dies wiederholt. Es ist vorbei. Wir haben genug. Das muss ein Ende haben.»

Person in Anzug spricht vor Sportteam in blauer Kleidung neben einem grossen Pokal.
Legende: Macron empfing die Gewinner im im Élysée-Palast. Keystone/EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON/POOL

Einer Zwischenbilanz von Innenminister Laurent Nuñez zufolge wurden landesweit inzwischen rund 780 Menschen festgenommen, darunter etwa 480 allein in Paris. Zudem wurden 57 Polizisten bei den Einsätzen verletzt. Im Vergleich zu einem ähnlichen Vorjahresevent entspricht dies einem Anstieg von rund 30 Prozent. Die Behörden gehen davon aus, dass sich die Zahlen im Laufe der weiteren Auswertungen noch verändern könnten.

Das Team wurde am Tag nach dem Finalsieg über den FC Arsenal in Budapest nahe des Eiffelturms wieder in Paris empfangen. Zahlreiche Anhänger versammelten sich Berichten zufolge friedlich am Champ de Mars und bejubelten das Team um Kapitän Marquinhos und Trainer Luis Enrique.

Brennende Autos und Strassenbarrikaden

Am Abend zuvor kam es in rund 15 Städten zu Zwischenfällen, es gab Plünderungen in Rennes, Strassburg, Clermont-Ferrand und Grenoble. «Es gab feierliche Demonstrationen, die von einer Reihe von Ausschreitungen begleitet waren, was der Situation entspricht, die wir erwartet und daher vorausgesehen hatten. Diese Ausschreitungen sind absolut inakzeptabel», erklärte Nuñez.

Auto brennt vor einer Menschenmenge mit Turm im Hintergrund.
Legende: Brennendes Auto beim Eiffelturm: In Paris kam es zu heftigen Krawallen. Keystone/AP Photo/Thomas Padilla

Besonders rund um den Prachtboulevard Champs-Élysées, wo sich Tausende Menschen versammelt hatten, war die Lage eskaliert: Vermummte Personen und Einsatzkräfte gerieten mehrfach aneinander, Wurfgeschosse und Tränengas wurden eingesetzt. Auf Videos in den sozialen Medien ist zu sehen, wie Autos brennen, Barrikaden errichtet und Feuerwerkskörper auf Menschen gefeuert werden.

Rund 8000 Polizisten in Paris

Im Parc des Princes wurde das Spiel aus Budapest per Public Viewing übertragen. Nach Angaben der französischen Medien war das Stadion nahezu vollständig gefüllt und bot Platz für etwa 40'000 Zuschauer. Rund 8000 Polizisten waren in Paris im Einsatz, landesweit insgesamt 22'000.

Die Szenen erinnerten an die Ausschreitungen nach dem Champions-League-Triumph im Vorjahr. Damals gab es zwei Tote, knapp 200 Verletzte sowie 559 Festnahmen. Die Behörden zählten zudem knapp 700 Brände, insbesondere von Autos. Krawalle am Rande der Feiern gab es besonders in Paris.

Tagesschau, 31.5.2026, 19:30 Uhr ; 

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