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Treibstoffkrise In Russland wird das Benzin knapp

Stundenlang müssen Autofahrende in Russland vor der Tankstelle warten. Die Regierung hat nun den Benzinexport gestoppt.

Was ist passiert? In Russland wird das Benzin knapp. An vielen Tankstellen gibt es gar kein Benzin mehr, andere geben Sprit nur noch in begrenzten Mengen ab. Vor russischen Tankstellen stehen Autofahrende teils in kilometerlangen Schlangen, um zu tanken. Die Regierung in Russland nennt die beginnende Erntezeit und eine höhere Nachfrage der Autofahrenden nach Benzin als Grund für die Krise.

Wie umfangreich ist die Krise? Die ursprünglich auf der von Russland 2014 annektierten Krim begonnene Treibstoffkrise hat inzwischen fast alle Regionen des Landes ergriffen. Hintergrund ist, dass die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion zuletzt zahlreiche Ölverarbeitungsanlagen mit Drohnenangriffen ausser Betrieb gesetzt hat.

Tankstelle vor einem Wohnblock mit mehreren Autos und Personen.
Legende: Vor russischen Tankstellen stehen Autofahrende teils in kilometerlangen Schlangen, um zu tanken. Keystone/MAXIM SHIPENKOV

Wie reagiert Russland? Die Regierung in Russland will mit eilig verhängten Massnahmen die Lage entspannen. Sie hat den Export von Diesel gestoppt. «Heute haben wir den Export von Diesel verboten, was uns erlaubt, die Lieferungen auf den Binnenmarkt zu erhöhen», sagte Russlands Vize-Regierungschef Alexander Nowak an einer einberufenen Sitzung zur Lage im Energiesektor. Nowak sprach von einer angespannten Marktlage. Der für den Energiesektor zuständige Vize-Regierungschef berichtete über Stützungsmassnahmen des Kabinetts. So werde Russland in diesem Monat auch mit dem Import von Treibstoffen beginnen, um die Lage zu entspannen. Die Eigenproduktion soll dadurch stabilisiert werden, dass Raffinerien planmässige Reparaturen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Was sagt der Kremlchef? Wladimir Putin stuft die Treibstoffkrise in Russland als vorübergehend ein und sieht keine echten Probleme. Er bemühte sich einmal mehr, die durch den von ihm befohlenen Krieg gegen die Ukraine entstandenen wirtschaftlichen Probleme kleinzureden. Kiew versuche mit Schlägen gegen die Energieinfrastruktur der russischen Wirtschaft zu schaden und Nervosität im Land zu erzeugen. «Wir alle hier verstehen, dass diese Aufgabe unerfüllbar ist», sagte der Kremlchef. Russlands Energiesektor habe einen der grössten Sicherheitspuffer weltweit. Es sei nur nötig, die Arbeit mit den Ölkonzernen so zu organisieren, dass sie überflüssigen Treibstoff nicht als Reserve für die eigene Tankstellenkette vorhielten, sondern mit unabhängigen Anbietern teilten, ordnete Putin an.

Echo der Zeit, 9.7.2026, 18 Uhr ; 

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