Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Katastrophe in Thailand 27 Tote bei Bar-Brand in Bangkok: Das ist bekannt

Beim Brand in einer Bar in der thailändischen Hauptstadt sind mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Der Überblick.

Das ist passiert: Der verheerende Brand in einer Bar in der thailändischen Hauptstadt Bangkok brach in den frühen Morgenstunden am Montag (Ortszeit) aus. Bei der Katastrophe starben zahlreiche Menschen, es gab auch Dutzende Verletzte. Sie wurden in umliegende Spitäler gebracht.

Die Opfer: Mindestens 27 Menschen kamen in den Flammen ums Leben, wie der Gouverneur von Bangkok, Chadchart Sittipunt, mitteilte. 73 Personen seien zudem verletzt worden. 25 von ihnen befänden sich in kritischem Zustand. Unter den Todesopfern seien 17 Frauen und 8 Männer bereits identifiziert. Ob sich unter den Opfern Touristinnen und Touristen befinden, ist noch unklar. Angehörige wurden aufgefordert, sich bei den Behörden zu melden und DNA-Proben abzugeben, um die Opfer zu identifizieren.

Der Ort des Geschehens: Einheimische Medien identifizierten die Gaststätte als «Rong Beer Na Lat Phrao». Das Bierlokal mit Livemusik liegt in der Nähe des viel besuchten Chatuchak-Markts im Stadtteil Ladprao. Dort halten sich Nachrichtenagenturen zufolge an Wochenenden viele Zehntausend Menschen auf, darunter auch zahlreiche Ausländerinnen und Ausländer. Der Chatuchak-Markt war zum Zeitpunkt des Brandes bereits lange geschlossen. Bangkok gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Südostasien.

Bar-Brand in Bangkok

Die Augenzeugen: Ministerpräsident Anutin Charnvirakul machte sich am frühen Morgen vor Ort ein Bild der Lage vor Ort. Berichten von Überlebenden zufolge habe sich das Lokal nach Ausbruch des Feuers rasch mit Rauch gefüllt, sagte der Regierungschef gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Thai PBS. Viele Gäste seien in den hinteren Teil des Gebäudes in die Nähe der Toiletten geflüchtet.

Die Notausgänge: Die Notausgänge waren offenbar mit Bierkisten oder einem Tisch versperrt gewesen, berichtet SRF-Südostasien-Korrespondent Martin Aldrovandi. Die meisten Opfer wurden demnach dort gefunden. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul, der den Unglücksort besuchte, erklärte, es habe keine klaren Hinweise auf Notausgänge gegeben. Eine Türe, die früher als Ausgang gedient haben soll, sei später verriegelt worden. Der Besitzer habe befürchtet, dass Gäste ohne zu bezahlen verschwinden könnten.

Die Brandursache: Offiziell liegen noch keine gesicherten Informationen zur Ursache des Feuers vor. Der Ministerpräsident Anutin zitierte Zeugenaussagen, wonach Rauch aus einem Sicherungskasten ausgetreten sei. Danach sei der Strom ausgefallen und es habe eine schwere Explosion gegeben. Eine Zeugin berichtete zudem, die Decke habe aus schalldämmendem Schaumstoff bestanden, was zur schnellen Ausbreitung des Feuers beigetragen haben könnte. Die Ermittlungen laufen.

Die Arbeiten vor Ort: Der Feuerwehr gelang es laut Medienberichten nach etwa einer Dreiviertelstunde, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Einsatzkräfte sicherten den Bereich um das komplett ausgebrannte Lokal, wie auf Bildern zu sehen war. Stühle, Tische, Wände und Decke der Gaststätte sind völlig verrusst, zahlreiche Fenster geborsten. Vor der Bar wurden die mit Tüchern abgedeckten Leichen der Opfer aufgereiht.

Das sagt SRF-Südostasien-Korrespondent Martin Aldrovandi

Box aufklappen Box zuklappen

SRF-Südostasien-Korrespondent Martin Aldrovandi sagt: «Bereits in den vergangenen Jahren hat es in Thailand verehrende Vorfälle gegeben, die jeweils einen Aufschrei auslösten. Beispielsweise wird das Unglück mit einem Brand Im Jahr 2009 verglichen. Damals waren im Club «Santika» im Bangkoker Stadtteil Ekkamai 67 Menschen bei einem Feuer ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere Besucher wurden verletzt. Damals hatten Funken eines Feuerwerks bei einer Bühnenshow den Brand ausgelöst. Nach solchen Vorfällen werden dann jeweils strengere Regeln gefordert. Durchgesetzt werden diese aber oft nicht. Beim aktuellen Fall müssen nun aber die Ermittlungen abgewartet werden. Meldungen wie diese können sich auf den Tourismus auswirken. Das zeigte der Amoklauf in einem berühmten Einkaufszentrum vor einiger Zeit. Danach kamen deutlich weniger chinesische Touristinnen und Touristen nach Thailand. Das Unglück nun kommt in einem Zeitpunkt, in dem der Tourismus sowieso schon schwächelt. Vielerorts kämpft die Tourismusbranche schon mit einem Rückgang der Besuchendenzahlen.»

SRF 4 News, 12.07.2026; 23:00 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel