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Verdacht auf Übergriffe Chefankläger des Weltstrafgerichts vom Dienst suspendiert

  • Der internationale Strafgerichtshof in Den Haag könnte seinen Chefankläger verlieren.
  • Chefankläger Karim Khan, ein britischer Jurist, ist vorerst suspendiert – ihm droht eine Amtsenthebung.
  • Grund dafür ist der Verdacht auf sexuelle Übergriffe, wie das zuständige Aufsichtsgremium mitteilt.

Eine endgültige Entscheidung über eine mögliche Amtsenthebung sollen die Vertragsstaaten auf einer Sondersitzung treffen. Das teilte das Präsidium der Vertragsstaaten des Gerichts in Den Haag mit. Die Sondersitzung soll so schnell wie möglich stattfinden. 

Mann im Anzug vor blauem Hintergrund mit Logo.
Legende: Der Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Karim Khan, am 12. Februar 2024 in Den Haag, Niederlande, während eines Interviews mit Medien. REUTERS/Piroschka van de Wouw

2024 hatte eine enge Mitarbeiterin dem britischen Juristen sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Er soll sie mehrfach und über einen längeren Zeitraum hinweg bedrängt und zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Eine Kommission der Vereinten Nationen hatte die Vorwürfe untersucht. Diese hatte im Dezember 2025 ihren Bericht vorgelegt. Der Bericht wurde bisher nicht veröffentlicht. 

Drei Richter des Weltstrafgerichts hatten auf der Grundlage der Untersuchung ein Rechtsgutachten vorgelegt. Auch dieses wurde nicht veröffentlicht.

Khan bestreitet Vorwürfe

Der 56-jährige Khan lässt sein Amt seit gut einem Jahr vorläufig ruhen und wollte zurückkommen, wenn die Vorwürfe geklärt sind. Er bestreitet alle Vorhaltungen. 

Khan war seit 2021 Chefankläger und hatte unter anderem einen Haftbefehl gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin erlassen. Vor allem wegen des Haftbefehls gegen Netanjahu verstärkten die USA ihren Druck auf das Gericht und verhängten Sanktionen gegen Mitarbeiter und Richter. 

125 Staaten haben den Grundlagenvertrag des Strafgerichtshofs unterzeichnet, darunter alle EU-Staaten. Die USA, Russland und Israel gehören dem Gericht nicht an.

SRF 4 News, 9.6.2026, 6:30 Uhr ; 

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