Studie an Wildtieren Alte Hirsche sind cleverer als Jäger

Ganz schön gerissen: Wildtiere wissen, wann Jagdsaison ist – und sie kennen die Bewaffnung der Jäger.

Gruppe von Rothirschen, davon ein männlicher Hirsch mit Geweih. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Alte Rothirsch-Weibchen lernen von den tödlichen Fehlern der männlichen Artgenossen. Keystone

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Auch Wildschweine weichen aus

Von Wildschweinen ist durch Studien mit Peilsendern bekannt, dass sie Jagdbann-Gebiete kennen, in denen sie sicher sind. Die weiblichen Tiere führen ihren Nachwuchs unmittelbar vor Jagdbeginn beim Geräusch der ersten Autotüre aus der Gefahrenzone des Jagdreviers. Nach Ende der Jagd kommen sie zurück.

Ältere weibliche Rothirsche verhalten sich so geschickt, dass Jäger praktisch keine Chance haben. Dabei lernen sie aus den tödlichen Fehlern der anderen, vor allem der Männchen, auf deren Geweih es die Jäger öfter abgesehen haben.

Mit neun bis zehn Jahren seien weibliche Rothirsche für ihre menschlichen Verfolger praktisch unerreichbar, berichtet Wissenschaftler von der kanadischen University of Alberta. Sie versahen Rothirsche mit Sendehalsbändern.

An Jagdmethoden angepasst

Ältere Tiere bewegten sich weniger und senkten so die Wahrscheinlichkeit einer gefährlichen Begegnung. Erfahrene Tiere verbergen sich vor allem in der Nähe von Strassen verstärkt im Wald. Die Forscher fanden sogar Hinweise darauf, dass die Tiere auf die Bewaffnung der Jäger reagieren. Während der Jagdsaison für Bogenschützen suchten sie öfter zerklüftetes Terrain und Anhöhen auf. Denn Bogen-Jäger müssen sehr viel dichter an ihre Beute ran.