Zum Inhalt springen

Panorama Antibiotika-Resistenz: Neue Medikamente schüren Hoffnung

Eine neue Lösung für Antibiotika-resistente Keime? Forscher der Universität Bern haben eine Substanz entwickelt, die nicht Bakterien tötet, sondern deren Gift unschädlich macht. Damit wollen sie gegen die Mikroorganismen vorgehen, gegen die Antibiotika nicht mehr ankommen.

Legende: Video Alternativen für Antibiotika abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.11.2014.

Antibiotika sind längst kein Wundermittel mehr, seit Bakterien dagegen resistent geworden sind. Forscher der Universität Bern setzen deshalb auf Liposome. Solche Fettpartikel, hoffen sie, könnten vielleicht Antibiotika dereinst ersetzen.

«Unser Medikament richtet sich gegen die Bakteriengifte, und nicht gegen die Bakterien selbst», erklärt Annette Draeger vom Institut der Anatomie. «Die meisten anderen Substanzen sind darauf aus, die Bakterien zu töten, wie Antibiotika zum Beispiel.»

Gifte neutralisieren

Krank machen nämlich nicht nur die Bakterien, sondern vor allem ihr Gift. Es zu neutralisieren, dieser Ansatz ist neu. Die Idee kam den Wissenschaftlern bei ihrer täglichen Forschung an den Zellen.

Unter dem Mikroskop beobachteten die Forscher, wie die Bakteriengifte Zellwände zerstören; die Zelle blutet aus. Mit den neu entwickelten Liposomen bleiben die Zellen erhalten, denn das Gift bleibt zwischen den runden Fettpartikeln hängen.

«Die Liposome wirken wie ein Köder für die bakteriellen Gifte», sagt Eduard Babiychuk. Dieser Köder sei einfach unwiderstehlich. «Wenn sie eine Wahl haben, greifen die Gifte nicht die Zellen, sondern die LIposome an. Deshalb werden unsere Zellen von den bakteriellen Giften nicht beschädigt.»

In Tierversuchen hat die Substanz bei einem grossen Teil der Bakterien gewirkt. Nun ist eine erste klinische Studie mit Patienten geplant.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Und über welchen Mechanismus sterben dann die Bakterien selber? Der Artikel ist -wie Vorredner anmerkten- einfach nur Wischiwaschi. Sicher, die Materie ist wohl kompliziert, aber sachdienliche Simplifizierungen kann man mit genug sprachlichem Talent immer bewerkstelligen, ohne sträflich vernachlässigend zu werden. Try again, SRF!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jim James, Zürich
    Welcher Mensch hat Zellen mit Zellwänden? Zellen "bluten" also aus. Was ein Liposom ist steht auf Wikipedia. Dieser Artikel beeinhaltet Fehler, ist schlecht geschrieben und es fehlen Informationen. War der Zeitdruck so gross?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S K, Unterseen
    nun, dem Patienten geht es besser, aber die Ursache der "Vergiftung" ist nicht beseitigt. Wie kommt es dann zur Heilung? Ohne weitere Erklärung muss man doch davon ausgehen, dass 1. der Patient ansteckend bleibt und 2. nach Absetzen des Mittels die Symptome wieder da sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen