Astronomen «hören» den Urknall

Mit einem Teleskop haben Forscher den ersten Beleg für die rasante Ausbreitung des Alls nach dem Urknall gefunden. Es sei ein Signal «aus der Dämmerung der Zeit», so die Entdecker.

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Astronomen gelingt sensationelle Entdeckung

0:57 min, aus Tagesschau am Mittag vom 18.3.2014

Sie waren auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, entdeckt haben sie «eine Brechstange». So beschreiben die Entdecker ihren Fund. Zum ersten Mal ist es Astronomen gelungen, einen direkten Beleg für die Ausdehnung des Alls nach dem Urknall nachzuweisen.

Mit dem Teleskop «Bicep2» am Südpol spürten die Forscher die Signatur von sogenannten Gravitationswellen in der kosmischen Hintergrundstrahlung auf, teilte die US-amerikanische Harvard-Universität am Montag in Cambridge mit.

Die kosmische Hintergrundstrahlung schimmert als ein Nachglimmen des Urknalls bis heute durchs All. Es sei ein Signal «aus der Dämmerung der Zeit», so der Ko-Autor Jamie Bock vom California Institute of Technology.

In dieser allgegenwärtigen Strahlung suchten die Forscher nach Spuren der Gravitationswellen. Diese entstehen nach Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie immer dann, wenn Massen bewegt werden. Sie dehnen und stauchen den Raum.

Sternenhimmel über einer Wüste. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Entdeckung lassen Schlüsse über den Ursprung des Universums zu. Sternwarte in Chile. Keystone

Wichtigstes Ziel der Kosmologie

Mit der Entdeckung konnten die Forscher einen bereits vor mehr als 30 Jahren postulierten entscheidenden Entwicklungsschritt des ganz jungen Universums belegen: Die kosmische Inflation. Diese hat das Universum in den ersten Sekundenbruchteilen um mindestens das Zehn-Billionen-Billionenfache aufgeblasen. Das ist eine Eins mit 25 Nullen.

Mit der Entdeckung von Spuren von Gravitationswellen, die währende der Phase der Inflation vor rund 13,8 Milliarden Jahren entstanden sein müssen, ist der erste direkte Beleg für die rasante Ausbreitung des Alls gefunden.

Die Entdeckung des Signals sei eine «der wichtigsten Ziele der heutigen Kosmologie», erklärte der wissenschaftliche Leiter John Kovac vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik.