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Nach langem Rechtsstreit Baby Charlie Gard ist tot

Weinende Menschen mit Plakaten
Legende: Der Fall des todkranken Babys bewegte viele Briten. Reuters
  • Das britische Baby Charlie ist tot. Der kleine Junge starb in einem Hospiz. Das teilte ein Sprecher der Familie mit.
  • Die Eltern des Kindes, das eine sehr seltene genetische Erkrankung hatte, hatten monatelang vor verschiedenen Gerichten um das Schicksal ihres kleinen Sohnes gekämpft.
  • Am vergangenen Montag gaben sie schliesslich auf. Durch die langen juristischen Streitereien sei so viel Zeit vergeudet worden, dass nun ihrem Sohn nicht mehr geholfen werden könne, hatten die Eltern kritisiert.

Der elf Monate alte Charlie hatte zuvor nur noch mit Hilfe von Maschinen am Leben gehalten werden können. Er musste künstlich beatmet und ernährt werden. Das sogenannte mitochondriale DNA-Depletionssyndrom (MDDS) hatte seine Hirn- und Muskelfunktionen zerstört. Er konnte sich nicht mehr bewegen. Charlie war taub und hatte epileptische Anfälle.

Legende: Video Charlie Gards Eltern geben juristisches Tauziehen auf abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.07.2017.

Die Ärzte des Babys im Londoner Great-Ormond-Street-Spitals hatten sich dafür ausgesprochen, dass der Junge in Würde sterben darf. Seine Eltern wollten ihn dagegen für eine experimentelle Therapie in die USA bringen, die aber bei Charlies Erkrankung noch nie getestet worden war, nur bei ähnlichen Krankheiten mit milderen Verläufen.

Der Neurologe Michio Hirano von der Columbia University in New York schätzte die Chancen, dass sich Charlies Zustand mit dieser Therapie verbessere, zunächst auf etwa zehn Prozent.

Rechtsstreit durch alle Instanzen

Die Eltern hatten für die Behandlung ihres Sohnes bereits rund 1,5 Millionen Euro an Spenden gesammelt, um den Krankentransport und die Behandlung finanzieren zu können. Das Geld soll jetzt in eine Stiftung fliessen, um Kindern mit ähnlichen Erkrankungen zu helfen.

Der Rechtsstreit durchlief alle Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Bereits Ende Juni sollte Charlies Beatmung eingestellt werden, doch die Eltern erbaten Aufschub, um von ihrem Sohn Abschied zu nehmen.

Anfang Juli kündigte das Great-Ormond-Street-Hospital an, den Fall nochmals gerichtlich überprüfen zu lassen. Anlass waren Angaben von Experten, sie könnten neue Erkenntnisse zu der experimentellen Therapie vorlegen.
Der Fall hatte international sehr viele Menschen bewegt. Neben US-Präsident Donald Trump äusserte sich auch Papst Franziskus dazu.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Warum berufen sich ChristenInnen auf Gott, wenn sie sagen, man dürfe niemandem eine Behandlung verweigern? Wollte «Gott» (falls es ihn gibt), die Behandlung oder die Krankheit? Wie entscheiden das die Gläubigen?
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Ich verstehe diese Eltern, ihr Leid.. auch mir hat man die Forderung gebracht, meine kranke Frau "abzustellen"... ich habs nicht getan.. so lange noch kleinste Regungen zu sehen sind und der Patient nicht leidet ist es OK, aber wenn schwerste Schmerzen und ANGST da sind ist die Gnade des Todes wohl mehr wert, wenn auch nicht weniger schmerzhaft fuer die Hinterbliebenen.... Komisch, die das "Abstellen" wollten.. ich habe ihnen gesagt SIE sollen es tun.. hatten dann doch nicht die Courage..!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Zugegebenermassen: eine schwere endgültige Entscheidung - aber für das betroffene Kind, den Menschen, absolut Tortur beendend.
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