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Panorama Bär stirbt bei Frontalkollision mit Zug

In der Nacht auf Samstag wurde im Engadin ein Bär von einem Zug frontal erfasst und sofort getötet. Der Unfall ereignete sich kurz nach 23 Uhr zwischen Zernez und S-chanf.

Legende: Video Zug überfährt Bär abspielen. Laufzeit 3:31 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 11.04.2016.
Bärenspuren bei Zernez (8. April 2016)
Legende: Bärenspuren bei Zernez (8. April 2016) kanton graubünden

Wieder hat ein Braunbär die Einwanderung nach Graubünden nicht überlebt. Ein vor einer Woche erstmals gesichtetes Jungtier ist in der Nacht auf Samstag im Engadin frontal von einem Zug erfasst und auf der Stelle getötet worden.

Das Bündner Amt für Jagd und Fischerei teilte mit, die Kollision zwischen der Lokomotive der Rhätischen Bahn (RhB) und dem Grossraubtier habe sich am späten Freitagabend kurz nach 23 Uhr zwischen Zernez und S-chanf ereignet. Es war der letzte Zug, der unterwegs war.

Beim tödlich verunfallten Bären handelt es sich um ein 110 Kilogramm schweres Jungtier. Die Universität Bern untersucht den Kadaver und führt genetische Untersuchungen zur Feststellung der Identität durch. Die Lokomotive wurde beim Zusammenprall nicht beschädigt.

Zweiter Zusammenstoss mit Lok

Der mutmassliche Einwanderer aus Norditalien war erstmals letzten Sonntag von einer Privatperson im Unterengadin beobachtet worden. Der Braunbär, erste Vermutungen deuteten auf M32, durchstreifte die Woche über das Tal.

Er sei schnell unterwegs gewesen und habe den neuen Lebensraum erkundet, sagte der Bündner Jagdinspektor. Von der Wildhut sei das Tier noch am Freitag, also kurz vor dessen Tod, gesichtet worden.

Es ist in Graubünden nicht der erste Zusammenstoss eines eingewanderten Bären mit einer RhB-Lokomotive. Im Mai 2012 verletzte sich Bär M13 im Unterengadin bei einer Kollision mit der Lokomotive des Spätzuges von Scuol nach Klosters. Der Bär zog sich bei der Kollision Prellungen zu.

Den Ausflug nach Graubünden überlebte das Tier dann letztlich doch nicht. Im Februar 2013 wurde das dreijährige Männchen im Südtal Puschlav von der Wildhut geschossen. Der Bär war mehrmals auf dem Talboden aufgekreuzt und hatte Touristen und Einheimische erschreckt.

Erster Besuch seit einem halben Jahr

Der noch unbekannte und am Freitagabend beim Bahnunfall getötete Braunbär, der möglicherweise M32 war, ist seit Sommer 2005 der 13. Einwanderer nach Graubünden. Zudem ist es das dritte Tier, das den Ausflug in die Schweiz mit dem Leben bezahlen musste.

Vor Braunbär M13 erlegte die Wildhut Mitte April 2008 den Bären JJ3. Das Tier hatte sich nach dem Winterschlaf auf der Suche nach Nahrung immer wieder in bewohnten Gebieten umher getrieben und war nach Ansicht der Jagdbehörden zum Risiko für die Menschen geworden. Geschossen wurde der Bär dann in der Region von Thusis.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von ruta habegger (somewhere)
    @Roe. Hört doch endlich mit dem blöden "Gutmensch-Geschwafel" auf!! Bären und Wölfe haben durchaus ihren Platz bei uns, nicht nur die Nutztiere!! Und es stimmt auch, dass wir Menschen die schlimmen Raubtiere sind, denn wir radieren einfach alles aus, und wir können( oder sollten) denken! Es ist und bleibt einfach himmeltraurig und mir ist es total egal, wenn man mich" einen fanatischenTierschützer" nennt,ist mir viel lieber als auf der anderen Seite stehen zu müssen!!
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    1. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Habegger: Ich hätte für Leute wie Sie einen guten Vorschlag. Wir halten Menschen in Bären- und Wolfsgehegen. Da könnt ihr eure übertriebene Neigungen ausleben und uns zeigen, wie gut dieses Zusammenleben doch funktioniert. Die Gehege dürfen ruhig gross angelegt sein, aber man sollte von aussen doch ab und zu sehen, dass wirklich auch Menschen hier leben.
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    2. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Habegger: Es stimmt, dass der Mensch alles kaputt macht +deshalb als Raubtier bezeichnet werden kann.Da gebe ich Ihnen recht. Ich habe sogar schon jahrelang Einsprachen gegen Grossbauprojekte inmitten der schönsten Natur geführt, gegen grossgekotzte "Immobilien-Heinis".Immer habe ich verloren, da mich die Bevölkerung nie offiziell unterstützte. +vor allem die linken Baubehörden +Gemeinderäte haben kein Interesse Natur zu schützen, denn es gibt viel Geld wenn man baut. Hier muss angesetzt werden!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Im "Schweiz-aktuell" Beitrag verlangte ein Wildhüter in allem Ernst, dass der letzte Zug im Unterengadin gestrichen werden sollte, da die meisten "Tiere" bei diesem Spätzug überfahren würden. Es kam sogar der Vorschlag, nachts in gewissen unübersichtlichen Orten langsamer zu fahren, als es im Dienstfahrplan erlaubt wäre! Traum und Wirklichkeit im 21. Jahrhundert, in dem wir bald 10 Milliarden Menschen sind auf der Erde! Da (!) müsste man "langsamer fahren", liebe militanten Raubtierschützer!
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es ist schon kaum vorstellbar, dass es Menschen gibt, die in einem überbevölkerten Land auch noch Tiere wie den Bären oder den Wolf ansiedeln möchten. Es braucht doch wirklich nicht sehr viel, um dieses Missverhältnis zu sehen. Viele leben ganz einfach nicht mehr in der Realität. Z.B. gibt es eine Elite, die sich bereits jetzt auf die Übersiedlung auf einen fernen Planeten vorbereitet. Ratschlag: Jeder sollte mal ein Jahr ausklicken +in einem Wald leben, am besten in Russland oder USA.
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