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Panorama Barlows Monumentalwerke in St. Gallen

Die Britin Phyllida Barlow gehört zu den bedeutendsten Bildhauerinnen der Gegenwart. Ihre Skulpturen sind so monumental, dass sie nur in Museen mit hohen weiten Räumen und grossen Türen gezeigt werden können. Äusserst geeignet dazu ist die Lokremise in der Stadt St.Gallen.

Legende: Video Bildhauerin Phyllida Barlow in St. Gallen abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.08.2015.

Phyllida Barlow ist eine der bedeutendsten Bildhauerinnen der Gegenwart. In der Lokremise zeigt die 71-jährige Engländerin erstmals eine Gesamtschau ihrer Arbeiten.

Ein Raum voller Röhren erwartet die Besucherinnen und Besucher in der Kunstzone der Lokremise St. Gallen. Regelmässig angeordnet besetzen die mit Betonguss überzogenen «Tubes», wie die 71-jährige Künstlerin die aufrecht stehenden grauen Röhren nennt, den Raum.

Novum für Barlow

Einen bunten Kontrast dazu setzt im Hintergrund ein riesiges Gemälde namens «claptonspace 2008». Dieses besteht aus 230 Zeichnungen, welche Barlow in Erinnerung an ein Experiment mit jungen Künstlerinnen und Künstler malte, das sie 2008 in einem Industrieviertel in London initiiert hatte. «Jeden Abend habe ich zehn Zeichnungen gemacht von architektonischen Eindrücken, die ich aus den Fabrikhallen mit nach Hause nahm», sagte die Künstlerin am Freitag an einem Mediengrundgang.

Dass die Bildhauerin ihre Arbeiten aufbewahrt und sie, wie nun erstmals in der Lokremise St. Gallen, zu einer Gesamtshow verbindet, ist neu. Bis vor fünf Jahren gehörte es zu ihrem Schaffen, die provisorisch wirkenden Kompositionen aus künstlerisch veränderten Materialien wie Bauholz, Maschendraht, Karton, Styropor, Papier oder Stoffen wieder zu zerstören.

Aus den Einzelteilen schuf sie jeweils neue Skulpturen. Das Zerstören sei faszinierend aber auch ökonomisch, da sie aus den Bestandteilen immer wieder neues mache, sagte die Britin.

Emotionale Momente

Kurator Konrad Bitterli hat die Arbeiten, welche allesamt zur Kollektion von Ursula Hauser gehören, gemeinsam mit der Künstlerin im Foyer und in der grossen Ausstellungshalle der Lokremise arrangiert. Es habe viele Diskussionen gebraucht und lange gedauert, bis jedes Werk am richtigen Ort stand. «Aber nun bin ich mit dem Mix sehr zufrieden», sagte die Künstlerin.

Die Besucherinnen und Besucher könnten die Ausstellung als einen physisch umfassenden, eindringlichen Erlebnisraum erfahren. «Die Arbeiten der in den letzten fünf, sechs Jahren international immer gefragter werdenden Künstlerin sprechen emotionale Momente an wie Aggression, Überwältigung oder Absurdität», sagte Bitterli.

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