Das war der Badi-Sommer 2015

Im Sommer sind in der Schweiz Jung und Alt in Scharen der Hitze entflohen und in die Badis geströmt. In Zürich und Bern brachen die Besucherzahlen gar die Rekordmarken von 2003.

Rückschau auf den Badisommer

In den Stadtzürcher Badis herrschte während dem Sommer Grossandrang: Mit 1,83 Millionen Gästen knackten die Badis die Rekordmarke aus dem Hitzesommer 2003 – und das gleich um Ellen. Die Zunahme betrug satte 8,8 Prozent. Bereits Mitte Juli konnte der millionste Badegast begrüsst werden, wie eine Umfrage der sda ergeben hat.

Während der Hitzewelle vor 12 Jahren war diese Marke erst zwei Wochen später erreicht worden. Offen bleibt, ob das Bevölkerungswachstum in den letzten Jahren hier ebenfalls Spuren hinterlassen hat.

Badefreudige Berner

Ähnlich gut frequentiert waren die Badis in Bern. Die Frei- und Flussbäder verzeichneten in diesem Sommer neue Besucherrekorde. Das Berner Sportamt schätzt die Gesamtzahl der Badegäste auf 1,5 Millionen. Das sind 200'000 Gäste mehr als im Rekordsommer 2003.

Über einen Supersommer freuten sich auch die Badeanstalten in den Kantonen Aargau und Solothurn. Die Zahl der Eintritte verdoppelte sich manchenorts. Am beliebten Hallwilersee zählte das Strandbad in Beinwil am See rund 55'000 Eintritte gegenüber 24'400 im Vorjahr. Praktisch identische Zahlen verzeichnete das Strandbad in Olten. Ins Freibad der Stadt Solothurn zog es 150'000 Badefreudige. Im Vorjahr waren es nur halb so viele gewesen.

Mit einer Zunahme zwischen 46 und 60 Prozent glänzten die beiden Bäder in Sitten VS. Die Hitzewellen im Sommer hätten die Zahlen nach oben getrieben, sagte Stadtrat Nicolas Rossier. Das gleiche Bild präsentiert sich in Siders, wo die Bäder grundlegend saniert worden waren. Das zog die Besucher zusätzlich an.

Tessin fällt aus dem Rahmen

Deutlich unter den Rekordwerten des Hitzesommers 2003 blieben die Besucherzahlen in den grenznahen Regionen Schaffhausen und Tessin. Am Lido in Locarno machten verregnete Wochenenden und ausbleibende Touristen dem Bad einen Strich durch die Rechnung. «Deutsche und italienische Touristen blieben wegen der Frankenstärke aus», sagte Gianbeato Vetterli von der Lido-Betreiberin.

Sehr erfolgreich verlief die Badesaison jedoch in Chur. Insgesamt besuchten 105'000 Personen die beiden Anstalten Obere Au und Sand. Das waren 40'000 Badegäste mehr als im Vorjahr, wie Betriebsleiter Markus Giger sagte. Es hätten noch mehr sein können, doch die Badesaison begann wegen des Neubaus der Filteranlagen zwei Wochen später.

Kein Rekord in Freiburg

In Freiburg machten die Besucherzahlen in den Bädern ebenfalls einen Sprung nach oben, erreichten aber die Rekordwerte von 2003 nicht. Doppelt so viele Besucher als im Vorjahr, nämlich 90'000, verzeichnete das Freibad Mélèzes in La Chaux-de-Fonds. Und Pruntrut verzeichnete mit 34'000 Gästen eines der drei besten Ergebnisse in den letzten 12 Jahren.