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Panorama Das Wasser geht, die Angst bleibt

Nach den zum Teil verheerenden Überschwemmungen im Emmental und in der Ostschweiz hat das grosse Aufräumen begonnen. Schon jetzt ist klar: Die Schäden gehen in Millionenhöhe – und ein Ende des Regens ist nur vorübergehend in Aussicht.

Legende: Video Leichte Entspannung in den Hochwassergebieten abspielen. Laufzeit 1:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.07.2014.

Das Schlimmste dürfte überstanden sein: Die Behörden haben für die Unwettergebiete in der Schweiz vorsichtige Entwarnung gegeben – ein Ende des Dauerregens ist in Sicht.

Allerdings müssten Seen und Flüsse weiterhin im Auge behalten werden, sagte Silvia Morf vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) der Nachrichtenagentur sda. Dazu zählten vor allem im Kanton Bern die Emme und der Brienzer- und Thunersee. Laut Morf werden die Pegel der grossen Seen, vor allem des Bodensees, weiter steigen.

Insgesamt entspannte sich aber die Lage und das, obwohl am Alpennordhang im Laufe des Tages noch einmal 20 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen sind.

Leichter Optimismus im Emmental

Meteorologen erwarten für Donnerstag und Freitag mehrheitlich trockenes Wetter. Die Bevölkerung in den Unwettergebieten traut der Sache aber noch nicht. Man sei «über jeden Tropfen Regen, der vom Himmel fällt, grundsätzlich besorgt», sagte Georges Wüthrich, Informationschef des Führungsstabs Emmental.

Sorgen bereiten vor allem die Hänge oberhalb von Seitenbächen, die bei weiteren Niederschlägen ins Rutschen geraten könnten. Deshalb werden vorsorglich Bäume gefällt, damit diese bei einem Murgang nicht die Bäche verstopften. Man sei «leicht optimistisch», was die Gefahr weiterer Schäden betreffe, erklärte Wüthrich.

Rund hundert Zivilschützer sowie die Armee stehen im Emmental im Einsatz. In Schangnau errichten sie eine Notbrücke. In Sumiswald und Wasen befreiten sie die Bachufer von Schwemmholz.

Schäden in Millionenhöhe

Grosse Schäden hatte das Unwetter am Montag auch in Altstätten (SG) angerichtet. Bis zum Mittwochnachmittag gingen bei der Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (GVA) 230 Schadensmeldungen ein. 170 davon betrafen Altstätten, 60 Berneck. Den Gesamtschaden schätzt die GVA auf 5 bis 8 Millionen Franken.

Verspätungen auf der Schiene

Die Unwetter der vergangenen Tage haben auch zu verschiedenen Verkehrsbehinderungen geführt. Laut dem Touring Club Schweiz (TCS) sind einige Nebenstrassen in den Kantonen Bern, Luzern und Obwalden nach wie vor nicht befahrbar.

Auch auf der Schiene kommt es noch zu einzelnen Einschränkungen. Bis zum Freitagmorgen ist die SBB-Strecke zwischen Nottwil und Sempach-Neuenkirch wegen Unwetterschäden nur beschränkt befahrbar. Es muss mit Verspätungen von fünf bis zehn Minuten gerechnet werden.

Bauern drohen hohe Ertragsverluste

Der anhaltende Regen setzt aber nicht nur den Menschen in den Hochwassergebieten zu. Auch die Getreidebauern sehen ihre Ernte im wahrsten Sinne des Wortes davonschwimmen. Zwischen 20 und 30 Prozent des bereits geernteten Weizens sind von schlechter Qualität.

Legende: Video Getreidebauern beklagen Weizenauswuchs abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.07.2014.

Laut Olivier Sonderegger, Präsident der Branchenorganisation Swiss granum, kommt ein so hoher Anteil nur etwa alle zehn Jahre vor. Besonders betroffen vom sogenannten Weizenauswuchs seien die tief gelegenen Anbaugebiete, etwa in der Region des Genfersees.

«Es ist eine Herausforderung für die ganze Branche» und habe Einkommenseinbussen für die Bauern zur Folge, sagte Sonderegger. Die Produzenten hätten höhere Lagerkosten, weil sie den Weizen nach Qualität getrennt aufbewahren müssten.

Alle Ereignisse des Tages sowie Videos und Bilder aus den betroffenen Regionen können Sie noch einmal in unserem Liveticker nachverfolgen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Renata Biderbost, Burglauenen
    Herr Berger, was Sie schreiben ist sehr gedankenlos, wenn nicht sogar äusserst unpassend. Für viele Menschen ist in den letzten Tagen die Welt untergegangen und Menschen wie ich ich leiden mit diesen Leuten. Ich habe 1993 in Brig das Wasser an die Fassade der Bank auf der Saltinabrücke donnern sehen. Und hier im Lütschental reden die Menschen nach 2005 immer noch vom Grauen der Überschwemmung. Beten Sie, nie in diese Lage zu geraten und danken Sie jeden Tag für Ihr schönes und heiles Zuhause.
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  • Kommentar von Res Berger, Bergün
    Früher wurde nicht so ein Theater wegen etwas Wasser im Keller gemacht. Wer Radio DrsSrRf hörte bekam den Eindruck, die Welt gehe unter und jeder, der nicht die Pantoffeln anzieht, um dem Nachbarn zu helfen habe die ideesuisse nicht verstanden. Ich behaupte, dass dem Kaffewasser im Radiostudio Motivationsdrogen beigemischt werden.
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    1. Antwort von emanuel zemp, Kt LU
      Sie können schon reden, im bündnerland, aber viele Leute haben grosse Teile ihres Zuhause verloren und müssen nun alles wieder neu aufbauen. Falls sie Bilder und/oder Videos gsehen hätten, würden sie nicht so einen primitiven Kommentar von sich geben!
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