Der Sommer kommt zurück: erneut 30 Grad?

Normalerweise müssten wir uns derzeit langsam auf heisse Marroni einstellen. Der Sommer macht dieser Regel zumindest dieses Jahr den Garaus, denn das warme Wetter kehrt noch einmal kraftvoll zurück. Am Donnerstag könnte es in der Nordwestschweiz und im Wallis sogar wieder 30 Grad heiss werden.

Bekleideter Junge springt ins Seewasser. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch die Wassertemperaturen sollten einem letzten Sommer-Stelldichein nichts in den Weg legen. Keystone

Der Spätsommer 2016 hat es in sich. Immer wieder schickt das Azorenhoch Ausläufer nach Mitteleuropa. Verschiebt sich der Hochausläufer weiter nach Osten geraten wir in den Bereich einer südwestlichen bis südlichen Strömung. Und die bringt uns Spätsommerhitze aus Spanien.

Ähnlich wie in den vergangenen 14 Tagen wird ab Mittwoch wieder heisse Luft in die Schweiz geführt. Am Donnerstag sind in der Nordwestschweiz und im Rhonetal erneut 30 Grad möglich.

Im Mittelland nur alle 10 Jahre

Stellt man auf den statistischen Erwartungswert der Jahre 1981 bis 2010 ab, so gibt es bei uns nur alle 5 bis 10 Jahre einen Hitzetag. Einzig an der Station Grono im untersten Misox darf man jedes zweite oder dritte Jahr nochmals mit einer Temperatur von mehr als 30 Grad rechnen.

Im Wallis und in Teilen der Nordwestschweiz gibt es im Durchschnitt in jedem fünften Jahr noch einen Tag im September mit mehr als 30 Grad.

Tatsächlich richtig gemessen?

Als höchste September-Temperatur in der Schweiz gilt immer noch der Wert von 35,0 Grad, gemessen am 5. September 1906 in Genf. Weil aber damals die Messtechnik noch völlig anders war, und sich das Thermometer häufig durch direkten Strahlungseinfluss erwärmte, ist dieser Wert mit Vorsicht zu geniessen.

Heiss war es aber an jenem 5. September auf alle Fälle. Auch in Bern gehört jener Tag zu den Top-Ten aller Zeiten allerdings mit einem Wert von „nur“ 30,3 Grad.

Überraschender Hitzewerte?

Weil im September die Tage immer kürzer werden und die Sonne im flacher am Himmel steht, liesse sich vermuten, dass die höchsten Temperaturen zu Monatsbeginn auftreten. Dies ist aber nicht der Fall. Die höchsten September-Temperaturen sind eindeutig auf Hitzeimport zurückzuführen. Der 14. September 1987 war nicht nur in Visp der heisseste Tag seit Messbeginn. An vielen Orten gilt dieser Tag als heissester Septembertag.

Damals lag der Ausläufer des Azorenhochs über dem Mittelmeer. In der Schweiz herrschte damals in allen Schichten eine Südwestströmung mit extremen Temperaturen. Interessant: Auch 1987 war der Sommer in der Schweiz sehr feucht. Damals erreichte die Hitze erst im September die Schweiz. An vielen Orten, vor allem in der Ostschweiz, gilt der September 1987 nach wie vor als heissester September der Geschichte.