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Panorama Deutscher Charakterdarsteller Götz George ist tot

Er war ein Raubein mit Charme, ein Intellektueller, ein sanfter Künstler, ein aufbrausender Charakter: Götz George war einer der vielfältigsten Schauspieler Deutschlands. Bekannt wurde er durch die Verkörperung von Horst Schimanski in der Serie «Tatort». Nun ist er tot.

Legende: Video Schauspieler Götz George ist tot abspielen. Laufzeit 02:06 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 27.06.2016.

Wie die Agentin des Schauspielers Götz George am späten Sonntagabend in Berlin mitteilte, starb der Schauspieler bereits am 19. Juni nach kurzer Krankheit im Alter von 77 Jahren.

George ist einem Millionenpublikum neben zahlreichen weiteren Rollen besonders als «Tatort»-Kommissar Horst Schimanski in Erinnerung. Den schnodderigen Polizisten aus dem Ruhrgebiet verkörperte er in 32 Jahren insgesamt 48 Mal.

«Adieu Schimmi»

Die Todesnachricht löste in Deutschland Betroffenheit und Trauer aus. «Adieu, Schimmi. Mit Götz #George verliert unser Land einen unserer grossen Charakterdarsteller», twitterte der deutsche Justizminister Heiko Maas.

Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau schrieb: «Ach nö, dieses 2016 reicht mir wirklich langsam...», nachdem Anfang des Jahres bereits Prominente wie David Bowie oder Roger Cicero gestorben waren. Der frühere Fussballnationalspieler Christoph Metzelder schrieb schlicht: «Tschüss, Schimanski.»

Komödiantisches Talent – und dann Mengele

George war weit mehr als TV-Kommissar Schimanski. Eine seiner berühmtesten Kinorollen hatte der gebürtige Berliner als homosexueller Massenmörder Fritz Haarmann in «Der Totmacher» von 1995. In Satiren wie «Schtonk!» oder «Rossini» zeigte George sein komödiantisches Talent. 2007 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Fernsehpreis geehrt. Sechs Jahre später spielte er im TV-Drama «George» seinen eigenen Vater Heinrich, der wegen seiner Schauspielkarriere in der Nazi-Zeit umstritten war.

Er verkörperte ausserdem den KZ-Arzt Josef Mengele in «Nichts als die Wahrheit» und einen an Alzheimer erkrankten Busfahrer in «Mein Vater», einen Taschendieb im Film «Das Trio» und einen blinden Klavierlehrer in «Der Novembermann», einen Öko-Aktivisten in «Lüg weiter, Liebling» und einen todgeweihten Staatsanwalt «Nacht ohne Morgen».

Mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

2014 wurde Götz George mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im Juli wäre George 78 Jahre alt geworden.

Vor zwei Jahren hatte er erklärt, er wolle sich nach 65 Arbeitsjahren aus dem Schauspielgeschäft weitestgehend zurückziehen. 2015 stand er dann zum letzten Mal vor der Kamera: Im ARD-Krimi-Drama «Böse Wetter» spielte er einen Bergbau-Baron im Harzgebirge. Ein Ausstrahlungstermin für diesen Film steht noch nicht fest.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Ein Mensch, der mit der Reife Ansprüche an seine Arbeit stellte und auf Grund seines Talents auch stellen konnte. Als Schimanski hat er beide Seiten geachtet. Und nicht den moralisch Überlegenen gegeben. Denn das steht weder der Film-Polizei noch der echten Polizei zu, wenn man ihr Wirken über die Zeit betrachtet. Er sagte seine Meinung, wenn er es für angebracht hielt. Sein Privatleben war Privatsache, was man nicht von vielen Schauspielern sagen kann. Andere inszenieren gerne "Homestories".
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  • Kommentar von Jean-Pierre Wüthrich (DAB+-Autoradio-Fachmann/Experte)
    Wieder ist ein grossartiger Schauspieler gestorben. Ich habe die Filme, welche Götz George spielte immer gern gesehen. Ich wünsche der ganzen Familie und Verwandten viel Kraft in diesen schweren Stunden. Viele TV-Zuschauer und ich werden ihn in guter Erinnerung behalten. R.I.P. Götz George
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