Die Sennen kehren ins Tal zurück

In mehreren Kantonen wandern heute die Alpfamilien mit den Tieren ins Winterquartier. Einzelne Sennen hatten die Alpen dieses Jahr vorzeitig verlassen – es war zu trocken.

Heute kehren Älpler von mehreren Kantonen ins Tal zurück. Zum Beispiel im Luzerner Entlebuch. Dort kamen die Sennen von sieben Alpbetrieben herunter, mit rund 200 Tieren. Die Älpler in Tracht, die Tiere mit Blumen und Glocken geschmückt.

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Ein Volksfest

Die Rückkehr ins Tal ist vierlorts ein Volksfest. An Markständen werden landwirtschaftlich Produkte feilgeboten, Kinder dürfen Kühe, Schafe und Ziegen streicheln, Alphornbläser und Fahnenschwinger unterhalten das Publikum.

Früh, noch in der Dunkelheit mussten die Alpfamilien heute aufstehen, um sich nach dem Melken reisefertig zu machen, bevor sie dann mit den Tieren zum mehrstündigen Fussmarsch ins Tal aufbrachen.

Früher als sonst ins Tal

Die Alpabzüge finden traditionellerweise zwischen Mitte August und Ende Oktober statt. Dieses Jahr machte die Hitze den Älplern zu Schaffen. Sie beklagten Wassermangel und weniger Gras. Im Waadtländer Jura stellte die Armee die Wasserversorgung von 20'000 Alptieren sicher – per Helikopter.

Der Alpabzug von der Schwägalp in Appenzell Ausserrhoden gehört jeweils zu den ersten. Dieses Jahr fand er bereits Anfang August statt. Der warme Frühsommer hatte es den Bauern erlaubt, früher auf die Alp zu gehen als sonst. Die Anzahl Aufenthaltstage auf den Alpen ist in den kantonalen Vorschriften begrenzt.

Im Urner Meiental wurden die Tiere kurzfristig bereits Anfang September abgezogen – rund zwei Wochen früher als erwartet. Das geplante Volksfest dazu musste deshalb abgesagt werden.