Zum Inhalt springen

Header

Ein Mann wirft Geld in einen Opfertopf.
Legende: Gehört möglicherweise auch hierzuladen irgendwann der Vergangenheit an: Die Barspende am Schluss des Gottesdienstes. Keystone
Inhalt

Panorama Ein Bankomat für Gott

Es gehört zum Ritual: Am Schluss des Gottesdienstes klingelt das Münz für die Kollekte. Doch viele haben in den USA gar kein Bargeld mehr im Portemonnaie. Deshalb gibt es jetzt Bankomaten für die Kirche. Gespendet wird per Kreditkarte. Und das rentiert sich – auch für den Erfinder.

In den USA gibt es keine staatlichen Kirchen. Jeder kann eine Kirche gründen, solange er sie finanzieren kann. Amerikas Kirchen sind deshalb alle auf Spenden angewiesen. Die Bürgerinnen und Bürger kennen das. Sie werden von klein auf damit vertraut gemacht, dass Spenden eine Selbstverständlichkeit ist.

Doch immer weniger Bürgerinnen und Bürger tragen Bargeld mit sich. Es klingelt nicht mehr in den Opfertöpfen. Amerikaner bezahlen fast alles und fast immer mit Kreditkarte. Und das können sie nun auch in der Kirche.

Die Idee kommt von Marty Baker, dem Pastor einer Pfingstgemeinde im Südstaat Georgia. Und die Idee ist einfach: Beim Ausgang der Kirche steht ein Bankomat. Doch dieser gibt kein Geld, er nimmt es - es ist ein Bankomat für Gott. 

Baker wollte den Menschen helfen. «Wir realisierten, dass die Leute spenden wollen.» Mit seiner Erfindung sei das so schnell und einfach wie das Bezahlen im Lebensmittelladen oder an der Tankstelle, sagt Baker. Karte durchziehen, Betrag eintippen, Name, Telefonnummer eingeben -  und fertig.

Heiliges Startup-Unternehmen

Mit den Spenden finanziert Baker seine Kirche. Auch Missionen in Honduras oder Obdachlosenheime werden unterstützt. Durchschnittlich 150 Dollar spenden die Anhänger seiner Kirche. Das sind bis zu 40 Prozent mehr als vor der Einführung der Spendenmaschinen.

Baker ist aber nicht nur Pfarrer, sondern auch Geschäftsmann. Er hat seine Spendenkioske – wie sie in den USA genannt werden -  weiter verkauft. Mittlerweile stehen sie in fast 1000 Kirchen oder anderen sozialen Institutionen. Baker verdient an jedem dieser Automaten mit. Nach eigenen Angaben erhält er jeweils 300 bis 400 Dollar.  Gott habe nichts dagegen, sagt Baker dazu. «Gott hat mich dazu gebracht, es war seine Idee.»

(luek)

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Margrit Holzhammer , 8903 Birmensdorf
    Kirchen haben doch nichts mit dem lieben Gott zu tun. Nur weil man ein "Gotteshaus" irgendwo hinstellt, heisst das noch lange nicht, dass DER CHEF auch dort wohnt. Der wohnt doch lieber in der Natur draussen oder zeigt sich in anderen Menschen. Das sind aber nicht die lieben, netten, "sozialen", welche nur darauf aus sind, irgendwo eigenen Profit zu schlagen, oder, wie es die Kirchen gerne tun Moralpredigten zu halten.
    1. Antwort von A. Planta , Chur
      Kirchen sind nicht der Wohnort Gottes sondern sie sind für die Gottesdienste da . Hatten sie im Religionsunterricht einen Fensterplatz?
    2. Antwort von Otto Würz , Winterthur
      @A. Planta: 'Gottesdienst' würde 'Dienst an Gott' bedeuten. Ich bezweifle stark, dass ein solcher geleistet wird in den Kirchen.
    3. Antwort von Margrit Holzhammer , 8903 Birmensdorf
      @A. Planta: Ja, hatte ich. Ich musste einmal als Strafaufgabe 50x schreiben: Ich soll nicht schwatzen im Religionsunterricht.
    4. Antwort von Andras Schmid , Thun
      @Otto Würz: Beim Wort Gottesdienst geht weniger um den Dienst an Gott, sondern mehr um den Dienst Gottes am Menschen. Leider stimmt es, dass diese Haltung nicht überall durchdringt.
  • Kommentar von Margrit Holzhammer , 8903 Birmensdorf
    Da ist jeder Kirchgänger selber blöd, welcher da mitmacht....... der liebe Gott ist nicht käuflich....
    1. Antwort von Alex Bauert , Köniz
      Wieso sind SpenderInnen blöde, bloss weil sie per Kreditkarte einzahlen? Ein Teil geht an die Löhne, ein Teil für Soziales ... und die Gebäude. Ohne Spenden keine Kirchen. So einfach ist das. Überfordert Sie dieser Gedankengang?