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Ein Jahr nach «No Billag» Der Service public bleibt unter Druck – in ganz Europa

An einer internationalen Tagung in Bern wird klar: Die öffentlich-rechtlichen Medien segeln in ungewissen Gewässern.

Legende: Audio Öffentliche Medien: Der Druck bleibt gross abspielen. Laufzeit 03:21 Minuten.
03:21 min, aus Rendez-vous vom 04.03.2019.

Die 71 Prozent Nein-Stimmen zu «No Billag» wurden am 4. März 2018 in ganz Europa registriert. Dass sich die Schweizer Bevölkerung so deutlich für die öffentliche Finanzierung ihrer elektronischen Medien aussprach, sorgte auch im Ausland bei vielen Senderverantwortlichen für Erleichterung.

«Der öffentliche-rechtliche Rundfunk ist noch da, aber er ist herausgefordert – und er muss sich verändern und anpassen», sagte Noel Curran, Chef der Vereinigung der europäischen öffentlichen Medienhäuser (EBU). Der mediale Service public sei in den letzten Jahren in immer mehr europäischen Ländern politisch unter Druck geraten, so die belgische Medienforscherin Karen Donders.

Populisten diskreditieren Service public

Politischen Druck gibt es zum Beispiel in Deutschland, wo die Rechtspartei AfD konstant von «Staatsfunk» spricht, um die unabhängigen öffentlichen öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zu diskreditieren. Oder in Österreich, wo die Regierung aus ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ direkt auf die Besetzung der wichtigsten Posten beim ORF zugreifen will und eine Finanzierung des Senders über das Staatsbudget anstelle einer Medienabgabe einführen will.

Genau dies ist in Schweden bereits der Fall. Dort wird das öffentliche Radio neuerdings aus dem Staatsbudget finanziert und nicht mehr über eine Medienabgabe. Cilla Benkö, die Generaldirektorin des schwedischen Radios, bedauert dies. Denn es öffne Tür und Tor für politische Einflussnahme. Auch in Dänemark wird das Medienbudget neuerdings über den Staatshaushalt finanziert – und gleich massiv gekürzt: 400 Medienschaffende wurden letztes Jahr auf die Strasse gestellt.

Glaubwürdigkeit als Trumpf

Und auch der wirtschaftliche Druck bleibt hoch. Werbegelder gehen zurück und fliessen zu den grossen Online-Anbietern. Die veränderte Mediennutzung macht es auch für öffentlich-rechtliche Medien schwerer, ein jüngeres Publikum zu erreichen.

Doch gerade diese Entwicklung sei auch eine Chance für die öffentlichen Medien, sagt Forscherin Donders: «Man sieht immer klarer, dass es der Markt allein nicht richten kann.» Ohne öffentliche Medienhäuser würden in der Online-Welt Fake News und die Jagd nach Klicks noch stärker dominieren.

Dies spiele den öffentlichen Medien in die Hände, deren Glaubwürdigkeit immer noch hoch sei: «Das ist der wichtigste Trumpf in ihren Händen», schliesst Donders.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Einfache Logik: Die Rechtspopulisten wollen den Service Public abschaffen weil sie davon überzeugt sind, das ihre Meinung die einzig richtige ist, die Anhänger der Rechtspopulisten wollen sich keine andere Meinung anhören, dann müsste man ja die eigene Meinung hinterfragen. Das ist die Trump’sche / Blocher‘sche Haltung zur Pressefreiheit.Es verhält sich wie im Mittelalter mit der Bibel: Es gibt nur eine Wahrheit. Und die ist absolut. Nun freue ich mich auf die unlikes die das bestätigen.
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    1. Antwort von Marti Müller (marchman)
      Das heißt alle die jene die nicht ihrer Meinung sind sind Rechtspopulisten?
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  • Kommentar von Andreas Meier (Epikur)
    All den nimmermüden, obsoleten Mäklern und kurzsichtigen "Steuerzahlern" hier sei etwas Einfaches gesagt: Das Stimmvolk hat genau wegen derart obskurer und undifferenzierter Nicht-Argumente wie den euren wuchtig ja gesagt zu einem starken Service Public, mit 72%! Und zwar inklusive ausgewogener, demokrat., libertärer und wissenschaftlich fundierter Werte + Kommentare! Unfassbar diese Borniertheit hier in den Kommentarspalten. Für Euch wär wohl der Ausdruck " Wasser ist nass" noch zu links.
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  • Kommentar von Aldo brändli (aldo)
    Service public ist ein subventioniertes srf. Alles was die bietn, kann ich in Gratiszeitungen auch lesen.
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    1. Antwort von Andreas Meier (Epikur)
      Genau. Die gefühlten 20 Landessender, Regionaljournale, die 4-Sprachigkeit, Abstimmungsinformationen, Nachrichten, all die Dokumentationen, Hintergrundberichterstattungen v. eigenen Korrespondenten, Kultur, Sport + Unterhaltung + Filme usw. usw. Klicken Sie sich das mal auf ihrer 20-Minuten Mattscheiben-App zusammen. Lächerlich oberflächlich Ihr Vergleich. Gratiszeitungen zeigen genau, warum es öffentlich rechtliche Medien braucht: Substanz jenseits des Oberflächlichen Fastfood-Journalismus.
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    2. Antwort von Rolf Trösch (Rolf T)
      Einfach nur peinlicher Kommentar, aber immerhin beruhigend, dass 72% Abstimmenden für mehr Niveau stimmten.
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