Ein Professor gegen die Varroa-Milbe

Warum sterben die Bienen in der Schweiz? Ein neuer Professor für Bienengesundheit wird vor allem dieser Frage nachgehen. Die Universität Bern hat den schweizweit ersten Lehrstuhl geschaffen.

Eine europäische Honigbiene saugt Nektar aus einem Gänseblümchen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Europäische Bienen: Sie sind weniger resistent gegen die Varroa-Milbe als andere Bienenarten. Keystone

Bienen sind wichtig für das Überleben der Menschen. Lange wurde ihre Leistung jedoch in der Wissenschaft unterschätzt. In der Vergangenheit wurden deshalb relativ wenig Finanzen und Personal zur Erforschung der Probleme dieser Insekten zur Verfügung gestellt. Mit dem von der Universität Bern neu geschaffenen Lehrstuhl für Bienengesundheit hat sich dies geändert. Der Lehrstuhl wird von einer Stiftung getragen.

Herausforderung Bienensterben

Die wesentliche Bedeutung der Bienen liege in der Bestäubung von Pflanzen, sagt Bienenforscher Peter Neumann. «Ein Grossteil der Wildpflanzen ist abhängig von der Bestäubung durch Insekten, auch durch Honigbienen.» Das Gleiche gelte für Kulturpflanzen. Daher haben die Bienen eine wichtige Funktion für die Ernährung und die Umwelt.

Die Herausforderung des Bienenprofessors wird vor allem darin bestehen, das Rätsel des Bienensterbens zu lösen. «Ich sehe ganz konkret die Herausforderung, dass man die Bienengesundheit besser fördern kann, um in Zukunft die Zusammenbrüche von Bienenvölkern vermeiden zu können.»

Varroa destruktor

Es brauche einen langen Atem, denn bis jetzt hätten sich die Bienenforscher darauf konzentriert, wie man Krankheiten schnell bekämpfen könne. Neumann aber will die grundlegenden biologischen Mechanismen erforschen. Er will herausfinden, warum manche Bienenvölker gegenüber Parasiten weniger anfällig sind als die einheimischen. Konkret geht es um den Parasiten Varroa-Milbe.

In der Schweiz sei jedes Volk von dieser Milbe befallen, und «wenn keine geeigneten Massnahmen ergriffen werden, sind die Völker in spätestens drei Jahren alle tot.» Der Bienenprofessor schliesst dennoch aus, dass es aber jemals so weit kommt wie in China, wo mangels Bienen Pflanzen bereits von Hand bestäubt werden müssen. Die Schweiz habe schliesslich eine hohe Bienendichte.

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