Fall Meyer-Fürst: Tagesklinik am Bellevue geschlossen

Die Zürcher Gesundheitsdirektion hat die Klinik, an der Peter Meyer-Fürst operierte, vorläufig geschlossen. Bis auf weiteres darf in der Schönheitsklinik niemand operieren. Das bestätigt Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger gegenüber der Sendung «Schweiz aktuell».

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Tagesklinik am Bellevue geschlossen

2:55 min, aus Schweiz aktuell vom 13.2.2015

Die Tagesklinik am Bellevue ist seit Mittwoch geschlossen. «Wir haben vor Ort einen Augenschein genommen. Gestützt darauf haben wir entschieden, dass die Patientensicherheit nicht gewährleistet ist», so Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger gegenüber «Schweiz aktuell». Daraufhin hat die Zürcher Gesundheitsdirektion eine superprovisorische Verfügung erlassen.

Sie reagiert damit auf massive Vorwürfe an den 78-jährigen Schönheitschirurgen Peter Meyer-Fürst und weitere Ärzte der Klinik. In seinen Ausgaben vom 20. Januar und 10. Februar berichtete der «Kassensturz» über zwei Fälle, in denen Operationen von Meyer-Fürst für seine Patientinnen drastische Folgen hatten.

Gegen Meyer-Fürst läuft mittlerweile ein Verfahren. Vor einer Woche hat ihm die Zürcher Gesundheitsdirektion ausserdem ein Operationsverbot erteilt. Auch gegen den Leiter der Tagesklinik Bellevue, wo Meyer-Fürst operierte, hat die Gesundheitsdirektion ein Verfahren eingeleitet.

Ärztegesellschaft leitet Untersuchung ein

Aufgrund der massiven Vorwürfe handelt nun auch die Ärztegesellschaft des Kantons Zürich. Sie leitet eine Untersuchung gegen den Zürcher Schönheitschirurgen ein, sagt Michael Kohlbacher, Generalsekretär der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich, heute gegenüber «Schweiz aktuell». «Das Wohl der Patienten ist die oberste Pflicht ärztlichen Handelns. Dagegen hat Peter Meyer-Fürst womöglich verstossen», so Michael Kohlbacher.

Mögliche Folgen der Untersuchung seien eine Geldstrafe oder sogar der Ausschluss aus dem Berufsverband FMH. Dies hätte zur Folge, dass Meyer-Fürst seine Operationen nicht mehr über die Krankenkassen abrechnen könnte. Nach einem Ausschluss könnte er demnach nur noch Privatpatienten behandeln, so Michael Kohlbacher.