Starke Porträts Fotograf Peter Klaunzer zeigt Verdingkinder

Ausbeutung, Misshandlung, Missbrauch. Der Liechtensteiner Fotograf bewahrt ein Stück Schweizer Geschichte vor dem Vergessen.

  • Peter Klaunzer hat 25 ehemalige Verdingkinder porträtiert.
  • Die eindrücklichen Aufnahmen entstanden während 1,5 Jahren.
  • Die Bilder sind im Rahmen einer Ausstellung im Berner Polit-Forum Käfigturm zu sehen.
Zusatzinhalt überspringen

Was sind Verdingkinder?

Verdingkinder, meistens Waisen und Scheidungskinder, wurden von 1800 bis in die 1980er-Jahre von den Eltern weggegeben oder von Behörden den Eltern weggenommen und Interessierten öffentlich feilgeboten. Die Kinder wurden oft auf einem Verdingmarkt versteigert. Den Zuspruch bekam jene Familie, die am wenigsten Kostgeld verlangte.

Die Idee zu den Bildern kam Klaunzer Ende 2014, als er für die Fotoagentur Keystone die Einreichung der Wiedergutmachungsinitiative auf dem Bundesplatz fotografierte. Er kam erstmalig mit ehemaligen Heim- und Verdingkindern in Kontakt und er sah, wie ihr schwieriges Leben Spuren im Gesicht hinterlassen hatte.

Die ganze Geschichte

«Ich konnte sehen, dass mit diesen Menschen etwas geschehen ist. Zwar nicht was, aber das etwas passiert war. Ich wollte wissen, was hinter diesen Gesichtern steckt», sagt Klaunzer gegenüber «Glanz & Gloria».

Wichtig sei ihm gewesen, sich für die Porträts Zeit zu nehmen. «Ich wollte die ehemaligen Verdingkinder in ihrem Umfeld fotografieren und ihre Geschichte erfahren», sagt der Fotograf.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ein Fotograf will ein dunkles Kapitel festhalten

    Aus glanz und gloria vom 15.3.2017

    Bis in die frühen 1980er-Jahre wurden sie in der Schweiz ausgebeutet, teilweise schwer misshandelt oder sogar sexuell missbraucht – Verdingkinder. 25 von ihnen haben sich von Peter Klaunzer porträtieren lassen. Beweggrund für die Aktion war, als der 49-jährige Fotograf Ende 2014 für Keystone in Bern die Einreichung der Wiedergutmachungsinitiative fotografierte. Am Dienstagabend hat Peter Klaunzer «Glanz & Gloria» durch die Portrait-Ausstellung im Berner Käfigturm geführt.