Zum Inhalt springen

Header

Audio
Gefährlicher Rauch: Wenn Ski-Wachsen krank macht
Aus Espresso vom 19.02.2020.
abspielen. Laufzeit 03:47 Minuten.
Inhalt

Gefährlicher Rauch Wenn Skiwachsen krank macht

Experten raten, auf fluorhaltige Produkte zu verzichten. Der Skiverband FIS hat sie bereits verbannt.

Wer beim Skifahren sparen will, wachst die Ski selber. Das ist kein Hexenwerk: Es braucht dazu ein Bügeleisen und Wachs. Diesen gibt es für ein paar Franken im Handel.

Jetzt warnt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor Produkten, die auf Fluorkohlenstoff-Verbindungen basieren. «Beim Wachsen mit Heisswachs entstehen Dämpfe», sagt Christian Kropf, wissenschaftlicher Mitarbeiter des BAG. «Über die Atmung gelangen so Stoffe aus dem Wachs in den Körper, wo sie über Jahre verbleiben.»

«Langzeitfolgen machen uns Sorgen»

Durch das Einatmen der Wachsdämpfe können kurzfristige Reizungen der Atemwege und der Augen auftreten. «Sorgen machen uns aber vor allem die Langzeitfolgen», sagt Kropf.

So wisse man heute, dass Fluorkohlenstoff-Verbindungen die Cholesterinwerte erhöhen und das Immunsystem schwächen. Zudem hätten die Stoffe negative Effekte auf die Fortpflanzung und auf die menschliche Entwicklung: «Beispielsweise kann das Gewicht von Neugeborenen reduziert sein, wenn die Mutter oft solchen Stoffen ausgesetzt war.»

Betroffen sind selbstredend insbesondere Skiwachstechniker. Bei diesen konnten in Studien auch noch Jahre nach der Exposition unverändert hohe Konzentrationen im Blut festgestellt werden. «Die Fluorverbindungen werden im Körper kaum abgebaut», sagt Christian Kropf.

Wegen der langen Halbwertszeit rät das BAG auch Hobbyfahrern vor der Verwendung solcher Produkte ab. «Es gibt fluorfreie Alternativen – diese sind in der Regel entsprechend angeschrieben.»

SRF «Ratgeber»: Ski selber wachsen

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
SRF «Ratgeber»: Ski selber wachsen

Wer seinen Ski selber präpariert, der lernt Demut. Denn für den perfekten Ski braucht es ein Bügeleisen, den richtigen Wachs und vor allem viel Zeit. Zur Belohnung bekommt man einen Ski, mit dem man die Chance hat das Lauberhorn zu gewinnen. Mehr

Internationaler Skiverband verbannt Fluorkohlenstoffe

Genauso wie die Fluorverbindungen im Körper nicht abgebaut werden, bleiben sie auch in der Umwelt bestehen. In der EU sind deshalb ab Sommer 2020 Produkte mit besonders giftigen Verbindungen verboten, die Schweiz hat dieses Verbot übernommen und bereits umgesetzt.

Einen Schritt weiter geht der Internationale Skiverband FIS. Er will fluorhaltige Wachsprodukte ganz verbieten. Ab der Saison 2020/2021 sollen sie bei FIS-Veranstaltungen nicht mehr erlaubt sein. Der Verband hat die Absicht Mitte Februar noch einmal bestätigt und mitgeteilt, dass nun die Prüfmethoden ausgearbeitet würden.

Die Umsetzung des Verbots sorgte bereits für Kritik, weil noch unklar ist, wie kontrolliert werden soll. Die Fluorverbindungen hinterlassen Spuren auf der Piste. Es besteht also die Möglichkeit, dass auch ein «sauberer» Fahrer Rückstände an seinen Ski hat. Zudem befürchten insbesondere Langlauffahrer massive Zeitverluste, da Fluorverbindungen die Ski-Gleitfähigkeit erhöhen.

Produkte im Freien anwenden

Während fluorhaltige Skiwachse im Profisport schon bald tabu sein könnten, sind sie für Hobbysportler weiterhin zugelassen. Wer entgegen den Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit dennoch mit solchen Wachsen arbeitet, sollte dies im Freien tun.

«Keinesfalls sollte man im Keller wachsen», sagt Experte Christian Kropf. Und er weist darauf hin, dass fluorhaltige Skiwachse nicht mit dem Hauskehricht entsorgt werden sollten. «Geben Sie diese Produkte bei einer Sammelstelle ab.»

Espresso, 19.02.2020, 08.13 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Es gibt nur eine Sinn machende, da Gesundheit schützende Haltung, dringende Massnahme von Staates wegen = Verbot der Verwendung, massiver Abbau der enormen Masse an chemisch-pharmazeutischen Giften in: Industrien, industrialisierte LW, Gesundheits-Wesen!
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Es ist die enorme Summe sämtlicher chemisch-pharmazeutischer Gifte, welche Natur, Tier und Mensch vergiften, gesundheitlich schädigen, zerstören.....! Und da wundert sich das Schweizer "Gesundheits-Un-Wesen", dass immer mehr Menschen und Tiere erkranken, "Krebs-, Lungen-,Immunsystem-, Allergie-Erkrankungen, etc massiv zunahmen- und weiter zunehmen!?
  • Kommentar von Katharina Studer  (gino)
    Schutzmasken tragen