Gewaltige Detonation zerstört Fabrik in Bremen

Kilometerweit war die Explosion zu hören, die eine Farb- und Lackfabrik in der Nacht in Schutt und Asche legte. Die Werksgebäude in der niedersächsischen Gemeinde Ritterhude wurden komplett zerstört. Umliegende Wohnhäuser sind einsturzgefährdet. Ein Mensch wurde bei dem Unglück schwer verletzt.

Feuersäule über Häusern Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Umliegende Wohnhäuser wurden so stark beschädigt, dass sie teilweise einsturzgefährdet sind. Keystone

Ein verletzter Mann habe bei der Explosion Verbrennungen dritten Grades erlitten und sei nicht ansprechbar, erklärten die Rettungskräfte. Die Werkhalle sei komplett zerstört worden. Nach Angaben eines Sprechers der Bremer Feuerwehr war die Detonation auch in mehreren Kilometern Entfernung zu hören.

Die Ursache der Explosion ist unklar. Die Feuerwehr brachte den Brand am frühen Mittwochmorgen unter Kontrolle. Der Verletzte wurde per Rettungshelikopter in ein Spital gebracht. Ob es sich bei ihm um einen seit der Explosion vermissten Mitarbeiter handelt, konnte die Polizei zunächst nicht bestätigen.

Der 60-jährige Angestellte hielt sich auf dem Werksgelände auf, weil er wegen eines technischen Defekts in der Fabrik alarmiert worden war. Die Untersuchungen zur Brandursache dauerten am Mittwochmorgen an. Ritterhude liegt im Landkreis Osterholz und grenzt nördlich an Bremen.

Wohnhäuser beschädigt

Mehrere umliegende Wohnhäuser wurden durch die Detonation schwer beschädigt. In einigen Fällen bestehe Einsturzgefahr, sagte der Polizeisprecher. Dutzende Menschen in den betroffenen Wohngebieten mussten ihre Häuser verlassen. Die Bahnstrecke zwischen Bremen und Osterholz-Scharmbeck wurde gesperrt, weil die Oberleitung durch umherfliegende Teile beschädigt wurde.

Rund 300 Feuerwehrleute und etwa 50 Polizisten waren am Unglücksort im Einsatz. Die Feuerwehr rief die Anwohner auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Hinweise auf giftige Dämpfe lagen nach Polizeiangaben aber zunächst nicht vor.